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Ärzteschaft

Montgomery beklagt ungenügende finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern

Montag, 2. März 2015

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) sorgt sich um den medizinischen Nachwuchs. „Die 10.000 Medizinstudienplätze reichen nicht. Wir brauchen mindestens zehn Prozent mehr. Aber weder der Bund noch die Länder sind bereit, sich finanziell zu engagieren“, kritisierte Kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery im Interview mit dem Magazin Focus

Darüber hinaus forderte er eine Ausweitung der Investitionshilfen in unterversorgten Gebieten. „Solche Investitionshilfen brauchen wir nicht nur für Hausärzte, sondern zum Beispiel auch für Augenärzte und Neurologen“, unterstricht Montgomery. Zudem empfahl er für Landarztstellen eine doppelte Besetzung, um Arbeitszeiten im erträglichen Rahmen zu halten.

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Die von der Großen Koalition beschlossenen Servicestellen für Facharzttermine hält Montgomery für falsch. „Das Versprechen der Politik wird nicht aufgehen“, warnte er. Denn bei der gesetzlich verankerten Termingarantie könne keine Wahlfreiheit gewährleistet werden. „Patienten kommen zu den Ärzten, die gerade Termine frei haben“, so der BÄK-Präsident. Er kritisierte die „seltsame Kombination politischer Signale“, bei der einerseits die Schließung von Praxen erzwungen, andererseits aber lange Wartezeiten beklagt würden.

Als „politischen Dauerskandal“ bezeichnete Montgomery die Weigerung der Bundesländer, die finanzielle Lage der Krankenhäuser zu verbessern. Er warf den Ländern vor, ihre Investitionsverpflichtungen seit Jahren zu vernachlässigen und dabei den „miserablen Zustand“ vieler Krankenhäuser in Kauf zu nehmen.

Außerdem wiederholt der Ärztechef seine Forderung nach einem anonymen Krankenschein für Menschen ohne legalen Aufenthaltstitel: „Sie sollen bei schweren Erkrankungen die nötigen Behandlungen bekommen, und zwar geschützt vor Eingriffen des Staates“, so Montgomery. Dies sei ein Gebot der Menschlichkeit. © hil/aerzteblatt.de

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