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Medizin

Belastbarkeit am Ergometer sagt Mortalität von Gesunden voraus

Montag, 2. März 2015

dpa

Baltimore – Die Leistung auf dem Ergometer, einem kardiologischen Standardtest, ermöglicht auch bei gesunden Menschen mittleren Alters prognostische Aussagen zur 10-Jahres-Sterblichkeit, wie die Ergebnisse einer US-Studie in den Mayo Clinic Proceedings (2015; 90: 346-355) zeigen.

Das „Henry Ford ExercIse Testing Project“ (FIT) hat die Daten von 69.885 Patienten gesammelt, bei denen zwischen 1991 und 2009 an einer der Kliniken des Henry Ford Health System, eines Gesundheitsanbieters aus Michigan, eine Ergometrie durchgeführt wurde. Bei 58.020 Patienten wurde keine kardiale Erkrankung gefunden. Ein Team um Michael Blaha hat durch die Analyse der Versichertendaten herausgefunden, dass 6.456 dieser kardiologisch gesunden Patienten (11 Prozent) inzwischen gestorben sind.

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Der Abgleich mit den Ergebnissen der Untersuchungen ergab, dass die Leistungs­fähigkeit auf dem Ergometer gewisse Rückschlüsse auf die Mortalität erlaubt. Maximale Herzfrequenz und die Belastbarkeit (als metabolische Äquivalente) waren neben Alter und Geschlecht die wichtigsten Prädiktoren für die 10-Jahres-Überlebensraten der Teilnehmer.

Blaha bildete aus den vier Kennzahlen einen „FIT Treadmill Score“, der in der Kohorte Werte von minus 200 bis plus 200 annahm. Von 100 Teilnehmern, die einen Score von 100 oder mehr erzielten, starben in den folgenden zehn Jahren nur zwei, bei einem Score von 0 bis 100 waren es 3 Todesfälle auf 100 Teilnehmer. Bei einem Score von 0 bis minus 100 stieg die Sterberate auf etwa 11 pro 100 Teilnehmer an, und bei dem schlechtesten Wert zwischen minus 100 und minus 200 betrug das Sterberisiko bereits 38 pro 100 Teilnehmer.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Ergebnisse der Ergometrie auch für Patienten ohne einen kardiologischen Befund Aussagen über die Prognose ermöglichen. Der Score ist einfach zu berechnen und ein ungünstiges Ergebnis sollte laut Blaha für die Patienten eine Motivation sein, ihre Fitness zu verbessern.

Allerdings lässt sich aus der retrospektiven Studie streng genommen nicht ableiten, dass die Patienten durch sportliche Verbesserung ihres Scores ihr Sterberisiko senken können. Dies müsste erst in weiteren prospektiven Studien gezeigt werden. © rme/aerzteblatt.de

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