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Darmfloraübertragung ohne Darmspiegelung in Köln

Dienstag, 3. März 2015

Köln – Infektiologen der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln ist es gelungen, zwei Patienten mit einer Clostridium difficile Infektion mit verkapselten Bakterien einer gesunden Darmflora erfolgreich zu behandeln. Um eine intakte Darmflora zu übertragen, war bisher eine Darmspiegelung notwendig.

„Die Möglichkeit der Darmfloraübertragung auf Basis gefrorener Kapseln bietet uns und unseren Patienten eine ganz neue zeitliche Flexibilität und Sicherheit in der Planung und Umsetzung von Darmfloraübertragungen“, erklärte Maria Vehreschild, die das entsprechende Programm an der Kölner Uniklinik leitet. Bisher war die Behandlung, mit der die gestörte Darmflora der Patienten regeneriert werden soll, für das Kölner Team und die Patienten mit hohem Aufwand verbunden. „Noch dazu sind manche Patienten in einem so schlechten Zustand, dass das Legen der Sonde in Kurznarkose für sie ein gewisses Behandlungsrisiko darstellt“, so Vehreschild.

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Die neuen einfrierbaren Kapseln vereinfachten die Behandlung deutlich. Die gespendete Darmflora wird dabei mit Kochsalzlösung verdünnt. Anschließend isolieren die Experten die Bakterien der Flora über ein mehrstufiges Filterverfahren und verschiedene Zentrifugationsschritte, um sie anschließend in die Kapseln zu überführen. Werden die Kapseln nicht sofort gebraucht, kann ihnen Glycerol zugefügt werden.

Die Substanz verhindert das Absterben der Bakterien während des Gefrierprozesses und ermöglicht ein rasches Auftauen innerhalb weniger Minuten vor der Einnahme. Auf diese Weise können die Kapseln über mehrere Monate gelagert werden, dann aber sehr kurzfristig zum Einsatz kommen. „So sind sogar ambulante Behandlungen denkbar“, hofft Vehreschild. © hil/aerzteblatt.de

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