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EU-Umwelt­verschmutzung: 430.000 Todesfälle durch Feinstaub

Dienstag, 3. März 2015

Brüssel – Luftverschmutzung und Lärmbelastung verursachen in Europa laut einem Bericht der EU-Umweltagentur vor allem in Städten ernsthafte Gesundheitsprobleme. So seien im Jahr 2011 rund 430.000 frühzeitige Todesfälle auf Feinstaub zurückzuführen gewesen, heißt es in dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Bericht. Zudem führe die Belastung durch Umgebungslärm jährlich zu mindestens 10.000 vorzeitigen Todes­fällen durch Herzerkrankungen.

Der Chef der Europäischen Umweltagentur Hans Bruyninckx sagte, die weltweiten Umweltbelastungen hätten seit den 1990er Jahren in nie dagewesener Geschwindigkeit zugenommen, angetrieben nicht zuletzt durch das Wirtschafts- und Bevölkerungs­wachstum sowie ein sich veränderndes Konsumverhalten.

EU-Umweltkommissar Karmenu Vella forderte bei der Vorstellung des Fünf-Jahres-Berichts mehr Investitionen in saubere Technik. Umwelt- und Wirtschaftsüberlegungen müssten besser aufeinander abgestimmt werden. „Unsere Zukunft in Europa hängt ab von innovativen Lösungen“, so Vella. Eine kohlenstoffarme Gesellschaft, eine umwelt­freundliche Kreislaufwirtschaft und widerstandsfähige Ökosysteme seien die Grundlage für das Wohlergehen der Bürger.

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Dem Bericht zufolge wird die EU das angestrebte Ziel, bis 2020 das Artensterben zu stoppen, nicht erreichen. Die biologische Vielfalt nehme weiter ab, besonders gefährdet seien Tierarten in den Meeren und Küstenregionen, heißt es.

Fortschritte sieht der Bericht beim Ressourcenverbrauch, der seit 2007 um rund 19 Prozent gesunken sei. Es werde weniger Müll erzeugt, zudem investierten alle Länder in die Wiederverwertung. Positiv hervorzuheben sei zudem, dass die europäischen Treibhausgasemissionen seit 1990 um 19 Prozent reduziert werden konnten. „Der Mehrwert der Ökoindustrie ist trotz Wirtschaftskrise gewachsen“, so Vella. Damit die grüne Wirtschaft funktioniert, müssen nach Angaben des EU-Kommissars jährlich rund 270 Millionen Euro investiert werden.

Der Umweltbericht der Europäischen Umweltagentur gilt als die Referenz für europäische Umweltpolitik. Die Agentur legt einen solchen Bericht alle fünf Jahre vor und beurteilt darin, ob die EU mit ihrer Umweltpolitik ihre bis 2050 gesteckten Ziele des Programms „Living well, within the limits of our planet requires“ erreichen kann. © dpa/aerzteblatt.de

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