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Medizin

Auch Erdnüsse könnten das Leben verlängern

Dienstag, 3. März 2015

dpa

Nashville – Erdnüsse könnten für gesundheitsbewusste Menschen mit knappen finanziellen Ressourcen eine kosten-effektive Alternative zu „echten“ Nüssen sein, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen vorzeitigen Tod zu senken. Darauf deuten die Ergebnisse aus drei Kohortenstudien aus den USA und China hin, die jetzt in JAMA Internal Medicine (2015; doi:10.1001/jamainternmed.2014.8347) veröffentlicht wurden.

Erdnüsse sind im botanischen Sinn keine Nüsse, sondern eine Hülsenfrucht und damit eher mit Erbsen und Bohnen vergleichbar. Sie gelten als Nüsse, da sie eine vergleich­bare Konsistenz wie Baumnüsse haben. Auch der Fettgehalt ist vergleichbar hoch, der Anteil der einfach ungesättigten Fettsäuren ist jedoch geringer. Es ist deshalb umstritten, ob die echten Nüssen nachgesagten protektiven Effekte auch für Erdnüsse gelten.

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Diese Frage stellt sich nicht nur für die amerikanischen Erdnussproduzenten, denen eine günstige Wirkung auf die Gesundheit aus Werbegründen nur recht sein kann. Auch für viele Konsumenten wären Erdnüsse eine billige Alternative zu den Edelnüssen.

Ein Team um Xiao-Ou Shu hat jetzt die verfügbaren Daten aus drei Kohortenstudien ausgewertet. Dies war einmal die Southern Community Cohort Study (SCCS) mit mehr als 70.000 US-Amerikanern afrikanischer und europäischer Abstammung, die überwiegend an medizinischen Versorgungszentren für ärmere Bevölkerungsschichten rekrutiert wurden. Die beiden anderen Kohorten waren die Shanghai Women’s Health Study (SWHS) und die Shanghai Men’s Health Study (SMHS) mit insgesamt 130.000 Teilnehmern.

Die Teilnehmer der Studien waren zu Beginn der Studie unter anderem nach ihrem Konsum von Nüssen gefragt worden. In der SCCS bestand der Verzehr zu 50 Prozent aus Erdnüssen (Amerikaner machen semantisch keine Unterschiede), in den chinesischen Kohorten konnte der Erdnusskonsum isoliert betrachtet werden. In allen drei Kohorten war der hohe Verzehr von Nüssen mit einer verminderten Sterblichkeit in der Nachbeobachtungszeit verbunden, die in der SCCS 5,4 Jahre, in der SMHS 6,5 Jahre und in der SWHS 12,2 Jahre betrug.

Für die US-Kohorte ermittelte Shu eine um 21 Prozent verminderte Sterberate für das Quintil mit dem höchsten Nussverzehr (Hazard Ratio HR 0,79; 95-Prozent-Konfidenz­intervall 0,73-0,86). In den beiden chinesischen Kohorten war das Sterberisiko im obersten Quintil um 17 Prozent niedriger als beim Fünftel mit dem geringsten Erdnusskonsum (HR 0,83; 0,77-0,88).

Die verminderte Sterblichkeit ließ sich auf eine geringere Rate von Herz-Kreislauf-Eerkrankungen zurückführen. Die Zahl der Herzinfarkte war in allen ethnischen Gruppen signifikant vermindert: Die Hazard Ratio betrug 0,62 (0,45-0,85) bei Afroamerikanern, 0,60 (0,39-0,92) bei Amerikanern europäischer Herkunft und 0,70 (0,54-0,89) bei Asiaten. Beim Schlaganfall war die Assoziation nur bei Asiaten signifikant: Die Hazard Ratio auf einen ischämischen Schlaganfall betrug 0,77 (0,60-1,00). Für den hämorrhagischen Schlaganfall ermittelte Shu eine Hazard Ratio von  0,77 (0,60-0,99), wobei wiederum die Quintile mit dem höchsten und niedrigsten Verzehr verglichen wurden.

Ob der Verzehr von Nüssen tatsächlich vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützt, kann die Studie natürlich nicht klären. Wie bei allen Beobachtungsstudien lässt sich nicht ganz ausschließen, dass andere assoziierte Eigenschaften oder Verhaltensweisen für die niedrigere Sterblichkeit der Nussesser verantwortlich sind. Zumindest in den USA werden sich die Hersteller von Erdnüssen deshalb mit ihren Werbeaussagen zu den Wirkungen von Erdnüssen zurückhalten müssen. Die dortige Gesundheitsbehörde FDA hat hier feste Regeln aufgestellt. © rme/aerzteblatt.de

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