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Medizin

Zwei von drei Rauchern sterben an ihrer Sucht

Freitag, 6. März 2015

Canberra – Die Zahl der Raucher, welche an ihrer Sucht stirbt, könnte mehr als zwei Drittel betragen. Emily Banks, wissenschaftliche Direktorin am Sax Institute, und Forscher an der Australian National University veröffentlichten diese Zahlen in BMC Medicine (doi:10.1186/s12916-015-0281-z ).

Bisher gingen die meisten Studien davon aus, dass rund die Hälfte aller Raucher an den Folgen des jahrelangen Zigarettenkonsums stirbt, berichten die Forscher. Neuere Studien aus Großbritannien und der American Cancer Society legten jedoch nahe, dass die tatsächliche Zahl wesentlich höher liegen könnte. Bis zu zwei Drittel der Raucher könnte laut diesen Studien verfrüht sterben. Die Arbeitsgruppe untersuchte diesen Zusammenhang auch die australische Bevölkerung. In Australien ist mit 13 Prozent die Raucherprävalenz so niedrig wie in kaum einem anderen Land.

Die Wissenschaftler erhoben im Rahmen der „45 and Up Study“ die Daten von mehr als 200.000 Männern und Frauen, die zum Zeitpunkt der Befragung mindestens 45 Jahre alt waren. Fragebögen, sowie Daten zu Hospitalisation und Mortalität der Teilnehmer stellten die Grundlage der Analysen dar. Zu Beginn der Studie hatte keiner der Teilnehmer kardiovaskuläre oder maligne Vorerkrankungen.

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Von den Teilnehmer waren 7,7 Prozent aktuelle Raucher und weitere 34,1 Prozent hatten zuvor in ihrem Leben geraucht. In der multivariaten Regressionsanalyse stellten die Wissenschaftler fest, dass sich für rauchende Männer und Frauen das Risiko für einen vorzeitigen Tod verdreifachte. Für Raucher, die bis zu einem Päckchen pro Tag rauchten, stieg das Risiko sogar um das Vier- bis Fünffache. Im Durchschnitt verkürzte Rauchen das Leben der Teilnehmer um etwa zehn Jahre. Die Forscher errechneten, dass auf Grundlagen dieser Zahlen etwa zwei Drittel aller Raucher durch den Tabakkonsum verstirbt. 

Ein rechtzeitiger Rauchstopp zeigte große Effekte auf die Mortalität der ehemaligen Raucher. Je mehr Zeit zwischen Befragung und Aufgabe des Rauchens lag, desto stärker näherte sich die Mortalität der Teilnehmer an die der lebenslangen Nichtraucher an. Für Raucher, die es schafften, vor dem 45. Lebensjahr komplett aufzuhören, konnten die Wissenschaftler bereits keine signifikant höhere Sterblichkeit mehr nachweisen. 

Die Forscher konnten in ihrer Studie die Ergebnisse anderer Gruppen bestätigen. Die in Australien von der Politik ergriffenen Maßnahmen, wie hohe Besteuerung und Verkauf von Zigaretten in Blankoverpackungen, hätten sich im Kampf gegen den Tabak als sehr effektiv erwiesen. Zudem unterstrichen die Ergebnisse wieder einmal, dass eine Aufgabe des Rauchens sich unabhängig vom Alter lohne, so die Wissenschaftler.

© rme/aerzteblatt.de

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malledoc
am Mittwoch, 25. März 2015, 23:03

Demographischer Wandel

veilleicht ist das Rauchen doch ne gute Sache.
LNS

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