NewsPolitikKrankenkassen: Trotz Minus noch Reserven von 28 Milliarden Euro
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen: Trotz Minus noch Reserven von 28 Milliarden Euro

Mittwoch, 4. März 2015

dpa

Berlin – Im vergangenen Jahr haben die Krankenkassen erstmals seit Jahren mehr Geld ausgegeben als sie eingenommen haben. Ihre Reserven liegen aber immer noch bei rund 28 Milliarden Euro. Hinzu kommt eine Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 12,5 Milliarden Euro. Diese Zahlen hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) heute veröffentlicht. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) sprach von einer „soliden Grundlage“.

Nach den vorläufigen Finanzergebnissen des Jahres 2014 standen bei den Kranken­kassen Einnahmen von rund 204,1 Milliarden Euro Ausgaben von rund 205,3 Milliarden Euro gegenüber. Die Differenz von knapp 1,2 Milliarden Euro geht laut dem BMG zu einem Großteil darauf zurück, dass die Krankenkassen ihre Versicherten über Prämien und freiwillige Satzungsleistungen an ihren hohen Finanz-Reserven beteiligt haben. So wurden im Jahr 2014 Ausgaben für Prämienzahlungen an Krankenkassenmitglieder in Höhe von rund 711 Millionen Euro sowie freiwillige Satzungsleistungen für rund 313 Millionen Euro geleistet. „Ohne diese Sonderfaktoren ergibt sich für die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) im Jahr 2014 ein weitgehend ausgeglichenes Finanzer­gebnis“, so das Fazit des Ministeriums.

Anzeige

Die Ausgaben je Versicherten sind 2014 um 4,9 Prozent gestiegen. Zu den Ausgaben­zuwächsen haben laut dem BMG vor allem stark steigende Arzneimittelausgaben bei­getragen. Diese sind im vergangenen Jahr um neun Prozent gestiegen, das ent­spricht 2,9 Milliarden Euro. Dieser Ausgabenzuwachs ist zu rund drei Prozentpunkten auf das Auslaufen des erhöhten Herstellerrabatts für patentgeschützte Arzneimittel von 16 Prozent Ende 2013 zurückzuführen. „Auffällig sind die hohen Ausgaben für neu zuge­lassene Arzneimittel zur Behandlung der Hepatitis C, die 2014 in der GKV zu Mehr­ausgaben in einer Größenordnung von rund 600 Millionen Euro geführt haben“, berichtet das BMG.

Im Bereich der ambulanten ärztlichen Behandlung sind die Ausgaben je Versicherten um rund 3,9 Prozent gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung stiegen laut dem Ministerium je Ver­sicherten ebenfalls um 3,9 Prozent.

Für das Krankengeld mussten die Kassen 2014 10,6 Milliarden Euro aufwenden. Es ist gegenüber 2013 um 8,2 Prozent gestiegen. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Krankengeldausgaben der GKV damit fast verdoppelt. Eine Ursache für diesen An­stieg beim Krankengeld sieht das Ministerium im Anstieg von lang andauernden psychischen Erkrankungen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe hat den Sach­verständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen mit der Er­stellung eines Sondergutachten zum Krankengeld beauftragt, das in diesem Sommer vorliegen soll.

Positiv bewertet das BMG, dass die Ausgaben für die spezialisierte ambulante Palliativ­versorgung um rund 35 Prozent und für ambulante und stationäre Hospize um etwa neun Prozent gestiegen sind. „Dies zeigt, dass sich die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland stetig verbessert“, hieß es aus dem BMG. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Oktober 2020
Hannover – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat angesichts wachsender Ausgaben für Coronatests vor Beitragssteigerungen der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung gewarnt. Zu erwarten seien
Weil warnt vor höheren Beiträgen für gesetzliche Krankenkassen
14. Oktober 2020
Berlin – Verschiedene Selbsthilfegruppen haben die vom GKV-Spitzenverband geplante Fortschreibung der Festbeträge für Sehhilfen erneut stark kritisiert. Eine bedarfsgerechte und gleichzeitig
Festbeträge: Sehbehinderte protestieren
13. Oktober 2020
Berlin – Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird im kommenden Jahr ansteigen. Bei dieser Frage ist sich der GKV-Schätzerkreis – bestehend aus Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bundesamts
GKV-Finanzen: Höherer Zusatzbeitragssatz kommt
12. Oktober 2020
Berlin – Nach der Techniker Krankenkasse haben auch fünf weitere Krankenkassen Unterstützung für durch die Insolvenz des Apothekendienstleisters AvP in Not geratene Apotheker angekündigt. Die Barmer,
AvP-Insolvenz: Kassen helfen Apothekern in Not
9. Oktober 2020
Berlin – Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 4,6 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und
Ausgabenvolumen für Arznei- und Heilmittel steigt
2. Oktober 2020
Berlin – In der Coronapandemie sind die Staatskasse, aber auch die Haushalte der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) mit deutlichen Mehrausgaben belastet worden. Besonders bei den Krankenkassen
Spahns Kassenpläne sorgen für Streit
28. September 2020
Essen – Wegen der Coronakrise bekommen die Krankenkassen die Beiträge ihrer Versicherten teilweise mit Verspätung. Allein bei der Techniker Krankenkasse (TK) habe sich die Zahl der Anträge auf
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER