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Ärzteschaft

Online-Gesundheits­angebote gehören in ärztliche und psychotherapeutische Hand

Mittwoch, 4. März 2015

München – Vor fragwürdigen Online-Angeboten im Gesundheitsbereich warnen die Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern. „Werbeversprechen, wonach Drittanbieter unter Zuhilfenahme der Möglichkeiten des Internets eine leicht zugängliche, fundierte ärztliche oder psychotherapeutische Beratung und Therapie durchführen können, sind generell kritisch zu hinterfragen“, heißt es in einer Stellungnahme der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns und der Psychotherapeutenkammer des Landes.

„Die Basis einer ärztlichen oder therapeutischen Behandlung ist und bleibt das intensive, unmittelbare Vertrauens- und Kontaktverhältnis zum Patienten“, betonen die Verbände. Reine Online-Therapieangebote, die lediglich als Medizinprodukte gewertet würden, erfüllten diese Vorgabe keinesfalls. „Zu groß ist dabei die Gefahr von Fehldiagnosen oder des Missbrauchs sensibler Patientendaten“, warnen Kammern und KV.

Trotz dieser Warnung vor Missbrauch betonen die drei Organisationen die Chancen und Möglichkeiten der Online-Kommunikation für Patienten. Sie fordern daher die Politik auf, verbindliche Rahmenvorgaben für Gesundheitsangebote im Internet zu erlassen. „Dazu gehört die Gewissheit für die Patienten, dass die Indikationsstellung in jedem Fall durch einen Arzt oder Psychotherapeuten erfolgt und dass ihre persönlichen Daten gemäß strenger datenschutzrechtlicher Vorgaben sicher vor dem unbefugten Zugriff Dritter sind“, so Kammern und KV.

Die Standesvertretungen der Ärzte und Psychotherapeuten schlagen vor, beim weiteren Ausbau der Online-Angebote im Gesundheitsbereich zunächst vor allem den inner­kollegiale Austausch und die Vernetzung des ambulanten und des stationären Sektors voranzutreiben. Privatwirtschaftlich organisierte und rein kommerziell agierende Anbieter von Online-Medizin-Anwendungen sind hingegen aus Sicht von Ärzte- und Psycho­therapeutenkammer und der KV Bayerns „sehr kritisch zu hinterfragen“. © hil/aerzteblatt.de

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