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Medizin

Erwachsene erkranken seltener an Grippe als Kinder

Mittwoch, 4. März 2015

dpa

London – Erwachsene erkranken im Durchschnitt nur alle fünf Jahre an einer Grippe. Bei Kindern und Jugendlichen kommt es dagegen fast jedes zweite Jahr zu einer Influenza, rechnet ein Team von Epidemiologen in PLOS Biology (2015; doi: 10.1371/journal.pbio.1002082) vor.

Nicht jede akute respiratorische Erkrankung in den Wintermonaten ist eine Grippe. Eine ganze Reihe von Viren - darunter Rhino-, Entero-, Corona- und Paramyxoviridae – können einen grippalen Infekt auslösen, dessen Symptome sich nicht von denen der „echten“ Grippe unterscheiden. Auf der anderen Seite kann eine Influenza auch symptomarm oder inapparent verlaufen.

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Alle Virusgrippen führen aber zur Bildung von spezifischen Antikörpern, die lebenslang im Blut nachweisbar sind. Adam Kucharski vom Imperial College London und Mitarbeiter haben jetzt die Seren von 151 Individuen aus Südchina analysiert, um herauszufinden, wie häufig sie in den letzten Jahrzehnten an einer Grippe erkrankt sind.

Die Untersuchung umfasst die Jahre 1968 bis 2009. In dieser Zeit sind neun neue Influenza-Stämme aufgetreten, die jeweils Spuren im Immunsystem hinterlassen haben. Kucharski benutzte komplizierte mathematische Modelle, um die Häufigkeit der Neuinfektionen zu berechnen.

Für Kinder ermittelt er eine Rate von mehr als vier Infektionen pro Dekade, sie fällt bis etwa zum 30. Lebensjahr langsam ab. Danach bleibt es bei zwei Neuinfektionen pro Dekade. Der Grund für den Abfall der Infektionsrate ist nicht ganz klar. Kucharski vermutet aber, dass Kinder und Jugendliche in Kindergarten und Schule häufiger auf Grippekranke treffen und deshalb eine höhere Chance haben, sich anzustecken.

© rme/aerzteblatt.de

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