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Medizin

Gene beeinflussen Statin-Wirkung

Mittwoch, 4. März 2015

St. Louis – Gene beeinflussen nicht nur die Höhe des Cholesterinwerts, sie haben auch Auswirkungen auf die Therapie mit Statinen. US-Forscher schlagen einen Gentest vor, der in einer Analyse früherer Präventionsstudien im Lancet (2015; doi: org/10.1016/S0140-6736(14)61730-X) die Therapieergebnisse besser vorhersehbar machte.

In den letzten fünf Jahren wurden mehr als zwei Dutzend Genvarianten entdeckt, die das Herzinfarktrisiko beeinflussen. Sie eröffnen die Möglichkeit, die Risiko-Scores zu verbessern, die derzeit auf Angaben zu Alter, Geschlecht, HDL- und LDL-Cholesterin, Rauchen, Familienanamnese und Diabetes beruhen. Ein Team um Nathan Stitziel von der Washington University School of Medicine in St. Louis hat hierzu einen Risiko-Score entwickelt.

Er berücksichtigt 27 Genvarianten und unterteilt die Probanden in drei Gruppen mit einem niedrigen, mittleren und hohen genetischen Risiko. Unter den Probanden mit dem mittleren Risiko kam es zu 34 Prozent häufiger zum Herzinfarkt (Hazard Ratio 1,34; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,22-1,47). Die Probanden mit dem höchsten Risiko erlitten zu 72 Prozent häufiger ein koronares Ereignis (Hazard Ratio 1,72; 1,55-1,92).

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Im nächsten Schritt wurden die Auswirkungen einer Statin-Therapie untersucht. Die Datengrundlage bildeten vier randomisierte kontrollierte Studien zur Primärprävention (JUPITER und ASCOT) und zur Sekundärprävention (CARE und PROVE IT-TIMI 22). Ergebnis: Bei Probanden mit einem niedrigen Risiko-Score senkten die Statine das Herzinfarktrisiko um 13 Prozent, bei einem mittleren Risiko betrug die protektive Wirkung 29 Prozent und bei einem hohen genetischen Risiko 48 Prozent.

Dies macht sich in der Number Needed to treat (NNT) bemerkbar: In der JUPITER-Studie müssten 66 Patienten und in der ASCOT-Studie 57 Patienten mit niedrigem genetischen Risiko über 10 Jahre behandelt werden, um einen Herzinfarkt zu verhindern. Bei Patienten mit mittlerem genetischen Risiko betrug die NNT 42 (JUPITER) beziehungs­weise 47 und bei den Patienten mit hohem genetischen Risiko 25 beziehungsweise 20.

Dies sind deutliche Unterschiede, die nach Ansicht von Stitziel die Therapieempfeh­lungen in künftigen Leitlinien mitbestimmen sollten. Im Jahr 2013 hatten das American College of Cardiology und die American Heart Association die Indikation zur Statin­therapie deutlich ausgeweitet. Ein Gentest könnte, so Stitziel, die Therapie wieder besser auf die Patienten begrenzen, die den größten Nutzen aus der Therapie haben. © rme/aerzteblatt.de

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