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Ärzteschaft

Spifa: Werben um weitere Mitglieder geht weiter

Donnerstag, 5. März 2015

Berlin – Der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands (Spifa) ist nach eigener Einschätzung dem Ziel näher gekommen, alle fachärztlichen Berufsverbände unter seinem Dach zu vereinen. Das machten mehrere seiner Vertreter wie die von künftigen Mitgliedern gestern in Berlin deutlich. Zuletzt hat er den NAV-Virchow-Bund sowie den Berufsverband Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen in Deutschland als assoziierte Mitglieder aufgenommen.

Der Berufsverband Deutscher Internisten will im April den förmlichen Beschluss fassen, dem Spifa beizutreten. Er ist bisher Mitglied der Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände (GFB), ebenso wie der Berufsverband der Deutschen Chirurgen. Dieser ließ gestern erklären, man begrüße Bestrebungen zu einem einheitlichen Dachverband der Fachärzte. Darin müssten aber „alle Interessen gleichberechtigt vertreten“ sein.

„Wir haben den Anspruch, dass sich unter dem Dach des Spifa alle fachärztlichen Berufsverbände repräsentiert sehen“, hatte dessen Ehrenpräsident Andreas Köhler Mitte Januar betont, als der Verband seine Satzung überarbeitet hatte, um seine Öffnung für weitere Berufsverbände zu forcieren. Eigentlich sollte damals bereits die Fusion mit der GFB verkündet werden. Doch es gab heftige Kritik an der Spifa-Satzung und an geforderten Mitgliedsbeiträgen.

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Ende Februar machte die Arbeitsgemeinschaft ärztlicher Methodenfächer (AGMF) ihre Bedenken öffentlich. Die Mitgliedsverbände hätten sich zunächst gegen einen Beitritt ausgesprochen und für den Verbleib in der GFB, hieß es. Man halte zwar einen gemeinsamen Dachverband aller fachärztlichen Berufsverbände für sinnvoll. „Allerdings müssten alle Mitglieder auch mit angemessenen Rechten ausgestattet sein“, so die Forderung. Dies können die AGMF-Mitglieder nicht erkennen. Sie monierten, dass „unter anderem einer großen Zahl selbstständiger, freier fachärztlicher Berufsverbände ein eigenes Stimmrecht verwehrt“ werde. Unterzeichnet hatten diese Stellungnahme die Berufsverbände Deutscher Pathologen, Deutscher Laborärzte, Deutscher Nuklearmediziner, Deutscher Neuroradiologen, der Deutschen Radiologen und der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie, Infektionsepidemiologie.

Der Spifa wiederum verweist darauf, Änderungswünsche in die neue Satzung aufgenommen zu haben. Sie ist aber immer noch ein kompliziertes Konstrukt, das unter anderem vier Ausschüsse vorsieht. Ein Ausschuss soll die methodendefinierten Fächer abbilden, einer den Bereich Psychotherapie im weitesten Sinn, einer die fachärztliche Grundversorgung inklusive der Schnittstellen zum hausärztlichen Versorgungsbereich und einer Europathemen. Die Kritik entzündete sich vor allem daran, dass einzelne Verbände innerhalb der Ausschüsse zu wenig Gewicht hätten.

Vertreter des Spifa betonten gestern, auch die überarbeitete Satzung sei „nicht in Stein gemeißelt“. Dem Verband gehe es aber darum, praktikable Arbeitsstrukturen zu etablieren und gegenüber der Politik sprechfähig zu sein. Diese und andere Äußerungen implizieren, dass dem Spifa weder an langwierigen internen Debatten noch an Vielstimmigkeit nach außen gelegen ist. Man müsse sich für das Ziel, sich konsequent als Fachärzte zusammenzuschließen und eine eindeutige Politik nach außen zu vertreten, eben „zusammenraufen“, war zu hören. Das bedeute auch: „Wer keine Lust hat, bleibt eben außen vor.“

In der GFB sind bislang noch 26 fachärztliche Verbände mit fast 160.000 Mitgliedern organisiert, darunter der Berufsverband Deutscher Internisten, der Berufsverband der Deutschen Chirurgen und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Der Spifa vertritt zurzeit 22 Berufsverbände mit knapp 75.000 Mitgliedern, darunter den Berufsverband der Frauenärzte, den Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte und den Berufsverband der Deutschen Dermatologen. / Rie © Rie/aerzteblatt.de

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