NewsPolitikEbola ist noch nicht überwunden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ebola ist noch nicht überwunden

Donnerstag, 5. März 2015

Berlin – Der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für den Kampf gegen die Ebola-Krise, Walter Lindner, hat davor gewarnt, die Epidemie in Westafrika für überwunden zu halten. „Es gibt immer noch eine Realität, und die heißt Ebola“, sagte er gestern im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin. Die Zahl der Neuansteckungen auf null zu bringen sei „eine Sisyphusarbeit“. Es bestehe die Gefahr, dass sich nach Monaten der Anspannung in den betroffenen Ländern mit dem Rückgang der Infektionen wieder alte Verhaltensweisen einschleifen könnten, zum Beispiel die traditionellen Riten bei einer Erdbestattung. Dies könne dazu beitragen, dass wieder mehr Menschen sich mit dem Ebolavirus infizieren.

Laut Lindner gibt es im Augenblick in Guinea, Liberia und Sierra Leone zusammen knapp 100 Neuinfizierte pro Woche, wobei die Zahl von Woche zu Woche schwanke und von Land zu Land unterschiedlich hoch ausfalle. Liberia, das anfangs am stärksten betroffen gewesen sei, sei auf einem „sehr guten Weg“. Hier seien derzeit nur noch zwei bis drei Neuinfektionen pro Woche zu beklagen. In Sierra Leone und Guinea liege die Zahl hingegen immer noch deutlich im zweistelligen Bereich.

Anzeige

„Solange wir nicht bei null sind, kann vieles, was wir bisher erreicht haben, wieder zunichte gemacht werden“, sagte der Sonderbeauftragte. Es müsse weiterhin darum gehen, Kranke mit dem Verdacht auf Infektionen wie auch ihr Umfeld konsequent zu identifizieren, zu isolieren und zu beobachten.

Nach jüngsten Zahlen der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO haben sich seit Ausbruch von Ebola vor einem Jahr im Südosten Guineas knapp 23.700 Menschen in Westafrika infiziert, davon starben 9.600 an der Krankheit, unter ihnen knapp 500 Helfer und medizinisches Personal. Innerhalb der letzten 21 Tage gab es den Angaben zufolge noch knapp 400 Neuinfektionen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2019
Genf – Gesundheitsexperten prüfen Fortschritte beim Kampf gegen die lebensgefährliche Infektionskrankheit Ebola im Kongo in Afrika. Weil der Ausbruch nach mehr als einem Jahr noch nicht unter
WHO-Experten prüfen Fortschritte im Kampf gegen Ebola
7. Oktober 2019
Abuja – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) sieht Migration und Gesundheit eng miteinander verbunden. „Ohne Perspektiven auf Arbeit, Gesundheit und Sicherheit werden sich viele, zu viele auf
Gesundheit und Migration hängen für Spahn zusammen
7. Oktober 2019
Goma – Im Kongo haben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) zufolge fast zwei Drittel aller Ebolapatienten, die behandelt wurden, die gefährliche Krankheit überlebt. Von den 1.555 Menschen, die
Zwei Drittel aller Ebolapatienten in Kliniken im Kongo überleben
4. Oktober 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat der Afrikanischen Union (AU) eine Million Euro für die Unterstützung des Ebola-Frühwarnsystems zugesagt. Das Geld soll in den Ausbau der
Spahn sagt eine Million Euro für Ebola-Frühwarnsystem zu
23. September 2019
Genf – Die Demokratische Republik Kongo will nächsten Monat einen zweiten Impfstoff gegen Ebola einführen. Ab Mitte Oktober komme ein experimenteller Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson
Kongo führt zweiten Impfstoff gegen Ebola ein
18. September 2019
Brüssel – Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie unterstützt die EU-Kommission den Kongo mit weiteren Hilfsmitteln. Knapp 30 Millionen Euro werden in das ostafrikanische Land fließen, wie die Brüsseler
EU unterstützt Kampf gegen Ebola mit weiteren Millionen
17. September 2019
Moskau – Bei einer Explosion und einem anschließenden Brand ist ein russisches Labor für Biowaffen beschädigt worden. Es bestehe jedoch keine Gefahr durch das Unglück in der Anlage in Sibirien, in der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER