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Medizin

Hepa­titis-C-Leitlinie mit neuen Therapie­empfehlungen

Donnerstag, 5. März 2015

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoff­wechsel­krankheiten (DGVS) hat ihre „S3-Leitlinie Hepatitis C“ aktualisiert. Seit die Europäische Arzneimittelbehöre im Januar 2014 das erste hochwirksame Medikament zur interferonfreien Therapie gegen die Lebererkrankung zugelassen hat, hat sich die Prognose für Patienten stark verbessert. Mit den jüngst erfolgten Zulassungen für „Ledipasvir/Sofosbuvir“ als Einzeltablette sowie „Paritaprevir/r plus Ombitasvir“ und „Dasabuvir“ gibt es nun weitere therapeutische Optionen.

„Mit jedem neuen Medikament wird das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten erweitert“, erläutert Thomas Berg, Leiter der Sektion Hepatologie an der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Leipzig. Inzwischen sei bei mehr als 90 Prozent aller Hepatitis-C-Patienten eine Heilung möglich. Die jüngst zur Kombinationstherapie zugelassenen Präparate kommen laut der Fachgesellschaft für Patienten mit Hepatitis-C-Viren der Genotypen 1 oder 4 als eine von je vier Therapieoptionen infrage.

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Bewegung kommt auch in die Therapiekosten: Mit Ablauf des ersten Jahres nach Zulassung haben sich Hersteller und GKV-Spitzenverband auf niedrigere Kosten für ein Medikament verständigt. Statt bisher etwa 100.000 Euro kostet eine zwölfwöchige Kombinationsbehandlung mit den neuen Wirkstoffen zwischen 56.000 und 68.000 Euro. Durch eine Reduktion der Therapiedauer auf acht Wochen, die bei vielen Patienten ohne Vorbehandlung und ohne fortgeschrittene Erkrankung möglich ist, sinken die Therapiekostenlaut der DGVS auf unter 50.000 Euro.

Bei der Aktualisierung ihrer Therapieempfehlung hat die DGVS neben den neuen Zulassungen auch die Erkenntnisse aus großen klinischen Studien einbezogen. „Die Datenbasis zu den neuen Therapiemöglichkeiten wächst täglich“, sagte Christoph Sarrazin, stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik 1 am Universitätsklinikum Frankfurt. Gemeinsam mit den anderen an der Leitlinie beteiligten Organisationen hat die DGVS daher eine Expertengruppe ins Leben gerufen, die die Entwicklungen verfolgt und die Empfehlungen zeitnah anpasst. © hil/aerzteblatt.de

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