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Medizin

FDA: Neues Medikament zur Behandlung von Lungenkrebs

Montag, 9. März 2015

Silver Spring – Die US-Arzneibehörde FDA hat den monoklonalen Antikörper Nivolumab als Opdivo zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) zuge­lassen. Es ist nach dem Melanom die zweite Indikation innerhalb von drei Monaten. Der Wirkstoff, der die Aktivität von T-Zellen über eine Hemmung des „Checkpoint-Rezeptor“ PD-1 (Programmed Cell Death Protein 1) hemmt, hat in zwei Studien die Behand­lungsergebnisse von Lungenkrebspatienten verbessert.

Die Hemmung von PD-1 hat einen verstärkten Angriff des Immunsystems auf solide Tumore zur Folge. Beim malignen Melanom erzielt Nivolumab selbst bei Patienten, die auf Ipilimumab oder BRAF-Inhibitoren nicht mehr ansprechen, häufig noch eine Remission. Die FDA betrachtet das Mittel als Durchbruch und hat es deshalb bereits im Dezember 2014 noch vor Abschluss der Phase III-Studien zur Behandlung des malignen Melanoms zugelassen. Zu diesem Zeitpunkt lagen erst Zwischenergebnisse aus der offenen Studie CheckMate-037 vor. Nivolumab hatte bei 32 Prozent der austherapierten Patienten einen Rückgang der Metastasen erreicht.

Die Datenlage zum NSCLC ist besser. An der multizentrischen Studie Checkmate-017 hatten 272 Patienten mit NSCLC teilgenommen. Sie waren auf eine Infusion mit Nivo­lumab (3 mg/kg intravenös über 60 Minuten alle zwei Wochen) oder eine Standard­therapie mit Docetaxel (75 mg/m2 intravenös verabreicht alle 3 Wochen) randomisiert worden. Bei allen Patienten war es unter einer vorherigen platinbasierten Chemotherapie zur erneuten Tumorprogression gekommen.

Die Studie war im Januar vorzeitig abgebrochen worden, als ein signifikanter Vorteil von Nivolumab im primären Endpunkt erkennbar wurde: Nivolumab hatte die mediane Über­lebenszeit von 6 Monaten im Docetaxel-Arm auf 9,2 Monate verlängert. Die Hazard Ratio betrug nach Angaben des Herstellers 0,59 und war mit einem 95-Prozent-Konfi­denzintervall von 0,44 bis 0,79 signifikant. Nivolumab ist laut Hersteller seit 15 Jahren das erste Medikament, das beim metastasierten Lungenkrebs eine Verlängerung der Überlebenszeit erzielt.

In einer zweiten offenen Studie (Checkmate-063) waren 117 Patienten, die bereits eine platin-basierte sowie mindestens eine weitere Behandlung erhalten hatten, mit Nivolumab behandelt worden. Hier sprachen noch 17 Patienten (15 Prozent) auf die Therapie an. Die Response hielt bei 10 Patienten länger als 6 Monate an. In dieser Studie waren die häufigsten Nebenwirkungen von Nivolumab Müdigkeit (50 Prozent), Dyspnoe (38 Prozent), Schmerzen im Bewegungsapparat (36 Prozent), Appetitlosigkeit (35 Prozent), Husten (32 Prozent), Übelkeit (29 Prozent) und Verstopfung (24 Prozent).

Schwerwiegende Komplikationen traten bei 59 Prozent der Patienten auf. Am häufigsten waren Atemnot, Lungenentzündung, die Exazerbation einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung, Pneumonie, Hyperkalzämie, Pleuraerguss, Bluthusten und Schmer­zen. Insgesamt 27 Prozent der Patienten brachen die Therapie aufgrund von Neben­wirkungen ab, bei 29 Prozent mussten Behandlungstermine aufgrund von Neben­wirkungen verschoben werden.

In Europa ist Nivolumab noch nicht zugelassen. Mit einer Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur wird jedoch in Kürze gerechnet.

© rme/aerzteblatt.de

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