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Politik

PKV: Ärzte verordnen Privatversicherten häufiger neue Arzneimittel

Montag, 9. März 2015

Berlin – Ärzte verordnen Privatversicherten häufiger neue Arzneimittel als gesetzlich Versicherten. Das geht aus einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (WIP) hervor. Demnach liegt der durchschnittliche Marktanteil der Privatversicherten bei den neuen Medikamenten des 2013er-Jahrgangs bei 15,7 Prozent und damit über dem PKV-Versichertenanteil in der Gesamtbevölkerung (11,3 Prozent).

Auch neue Medikamente, denen der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) einen beträchtlichen Zusatznutzen zugesprochen hat, erhalten Privatversicherte häufiger. Hier liegt der PKV-Anteil bei 16,2 Prozent für die Jahre 2011 bis 2013. Bei Arzneimitteln mit einem geringen Zusatznutzen liegt der Marktanteil dem WIP zufolge zudem bei 14,2 Prozent, bei Arzneimitteln ohne Zusatznutzen bei 11,1 Prozent.

„Ursache für diesen Versorgungsunterschied sind die umfassenden Steuerungsinstru­mente, die der Arzt bei Verschreibungen für GKV-Versicherte zu beachten hat“, meint das WIP, also zum Beispiel Wirtschaftlichkeitsprüfungen. „Diese Regularien gelten auch bei Medikamenten mit nachgewiesenem Zusatznutzen und führen vor allem bei teuren Medikamenten zu einer zurückhaltenden Verordnungspraxis gegenüber GKV-Ver­sicherten.“ Bei Privatversicherten existierten derartige Regulierungsinstrumente hin­gegen nicht. Infolgedessen falle der PKV-GKV-Unterschied bei neuen Medikamenten umso größer aus, je teurer ein Medikament sei.

Der GKV-Spitzenverband ist anderer Ansicht. „Da konstruiert die PKV durch Zahlen­spielereien einen Vorteil, der gar keiner ist – denn die schlichte Häufigkeit der Verord­nung neuerer Arzneimittel sagt nichts darüber aus, wie sinnvoll deren Verordnung im konkreten Fall auch tatsächlich ist“, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz. „Wir vertrauen darauf, dass Ärzte die Medikamente verordnen, die medizinisch sinnvoll sind und sich nicht von dem Etikett ‚Innovation‘ blenden lassen.“ Die PKV werde ihre grundlegenden Probleme nicht dadurch lösen, dass sie versuche, die GKV schlecht zu reden. © EB/fos/aerzteblatt.de

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