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Ärzteschaft

Großer Informationsbedarf zu Darmkrebs und Koloskopie

Montag, 9. März 2015

Berlin – Die Deutschen haben bei den Themen Darmkrebsrisiko und Koloskopie offenbar weiterhin erhebliche Wissenslücken. Das legt eine Umfrage des Arztbewertungsportals Jameda bei 1.355 Patienten nahe. Danach halten die Angst vor einer Koloskopie sowie Unwissenheit über das Darmkrebsrisiko viele Patienten davon ab, die Vorsorge­untersuchung durchführen zu lassen.

So gaben 38 Prozent derjenigen, die noch nicht bei der Vorsorge waren, an, dass sie nicht glauben, jemals an Darmkrebs zu erkranken. Manche sind gar überzeugt, dass Darmkrebs allein aufgrund schlechter Essgewohnheiten entstünde. Ein gesunder Lebensstil und „eine vorbeugende Ernährung“ könne die Erkrankung verhindern, so ihre Einschätzung. Zudem sei der Nutzen von Darmkrebsspiegelungen „umstritten“.

Die Auswertung der Kommentare zeigte zudem, dass manche Befragte eine Krebsvorsorge generell ablehnen und diese einer allgemeinen „Krebshysterie“ zuschreiben. Andere glauben, dass kein Tumor heilbar und die „Fehlerquote bei sämtlichen Krebsvorsorgen“ so hoch sei, dass Patienten unnötig unter Fehldiagnosen leiden würden.

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Die Kommentare der Befragten geben zudem Aufschluss darüber, dass Hausärzte bei der Darmkrebsvorsorge eine wichtige Rolle spielen. Häufig wird erst nach deren Empfehlung ein Facharzt konsultiert. Die Auswertung der rund 14.000 Patienten-Bewertungen, die auf jameda für Gastroenterologen abgegeben wurden, zeigt aber, dass sich die Patienten bei ihnen gut aufgehoben fühlen.

So erhalten diese auf einer Schulnotenskala von eins bis sechs durchschnittlich eine 1,79 für die Gesamtzufriedenheit. Dabei können besonders die Behandlung und die Betreuung durch Arzt und Praxispersonal hervorgehoben werden. Patienten vergeben hierfür die Durchschnittsnoten 1,72 und 1,69.

Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) weist unterdessen daraufhin, dass viele Deutsche mit dem Begriff „Gastroenterologe“ nichts anfangen können und wirbt für die allgemeinverständliche Bezeichnung des „Magen-Darm-Arztes“. Anlässlich des Darmkrebsmonats März 2015 hat der Berufsverband dazu das neue Webportal www.magen-darm-aerzte.de auf den Weg gebracht, um die Bevölkerung über die Darmkrebsvorsorge und die ambulante Behandlung zu informieren. © hil/aerzteblatt.de

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