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Ärzteschaft

Hausärzte für gute Patienteninformation zur Darmkrebsvorsorge entscheidend

Dienstag, 10. März 2015

Berlin – Anlässlich des Darmkrebsmonats März hat die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) aufgerufen, die Vorsorgeangebote stärker wahrzunehmen. „Nach wie vor nutzen zu wenige die angebotenen Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs“, sagte Regina Feldmann aus dem KBV-Vorstand. Bei der Entscheidung des Patienten für oder gegen eine Untersuchung sei es wichtig, dass er gut informiert sei. „Hier fällt gerade auch den Hausärzten eine wichtige Rolle zu“, sagte Feldmann.

Laut einer aktuellen Analyse des Zentralinstitutes für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) haben bis zum Jahr 2013 nur etwa 5,4 Millionen anspruchsberechtigte Versicherte das Angebot genutzt. Dies entspricht einer über alle Jahre seit Einführung des Angebotes kumulierten Teilnahmerate von 20,8 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen. „Das ist deutlich zu wenig“, betonte Feldmann. Schließlich lasse sich Darmkrebs früh erkannt sehr gut heilen und durch die frühzeitige Erkennung und Entfernung von Vorstufen vielfach sogar vermeiden.

Auch die Deutsche Krebshilfe ruft die Versicherten dazu auf, die Vorsorgeunter­suchungen wahrzunehmen. Etwa 64.000 Menschen in Deutschland erhielten jedes Jahr die Diagnose Darmkrebs, 26.000 stürben daran. „Das wichtigste Ziel der Darmkrebs-Früherkennung ist es, die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

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Ab einem Alter von 50 Jahren können gesetzlich Versicherte einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl und ab 55 Jahren eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen.

Die KBV informiert, dass das sogenannte Krebsfrüherkennungs- und Krebsregister­gesetz bis 2016 eine Neugestaltung der Darm­krebs­früh­erken­nung vorsehe. Zukünftig soll es unter anderem ein schriftliches Einladungsverfahren zum Screening geben. Die Altersgrenzen sollen künftig an den aktuellen Stand des medizinischen Wissens angepasst werden. © hil/aerzteblatt.de

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