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Zahl der Abtreibungen geht weiter zurück

Dienstag, 10. März 2015

Wiesbaden – Immer weniger Frauen in Deutschland treiben ab. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche geht seit zehn Jahren kontinuierlich zurück. Rund 99.700 Abtreibungen wurden 2014 gemeldet, das waren 3,0 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 2004 gab es noch 129 650 Schwangerschaftsabbrüche, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Der Rückgang gilt trotz des demografischen Wandels. So kamen 2004 auf 10.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren 66 Abtreibungen, 2014 waren es vorläufigen Zahlen zufolge nur noch 55. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig, unter bestimmten Bedingungen aber nicht strafbar.

Werden weniger Frauen ungewollt schwanger? Oder entscheiden sich weniger für einen Abbruch? „Das Gesamtkonzept geht auf“, sagt die Sprecherin der Sexualberatungs­organisation pro familia, Regine Wlassitschau, der Deutschen Presse-Agentur. Dies reiche von der Sexualaufklärung und dem Klima über umfassende Beratungsangebote bis zur Möglichkeit des Abbruchs. Allerdings könnten sich viele Frauen und Paare mit geringem Einkommen Verhütungsmittel nicht leisten. „Das wird zunehmend ein Problem.“ Pro familia fordert die Übernahme der Kosten für Frauen mit wenig Geld, wie etwa für Hartz-IV-Empfängerinnen.

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Knapp drei Viertel der Frauen, die 2014 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. Etwa acht Prozent waren mindestens 40 Jahre alt, knapp vier Prozent waren noch nicht volljährig. Etwa 39 Prozent der Frauen hatten kein leibliches Kind.

Ob die Abtreibungszahlen weiter sinken, weil die „Pille danach“ bald ohne Rezept in Deutschland zu haben ist, bleibe abzuwarten, sagte Wlassitschau. „Das ist aber auf jeden Fall der richtige Weg.“ 96 Prozent der 2014 gemeldeten Abtreibungen wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Bei den anderen waren medizinische oder kriminologische Indikatoren der Grund. Mehr als zwei Drittel der Eingriffe wurden mit der Absaugmethode durchgeführt. © dpa/aerzteblatt.de

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