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Ärzteschaft

Augenärzte warnen vor Selbstmedikation bei Makuladegeneration

Donnerstag, 12. März 2015

München – Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät Patienten davon ab, eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD) mit Nahrungsergänzungsmitteln selbst zu behandeln. Zwar deuteten Studien darauf hin, dass eine Kombination aus den Vitaminen C und E, Beta-Carotin, Zink- und Kupferoxid das Fortschreiten einer AMD in bestimmten Stadien verlangsamen und so die Sehkraft länger erhalten könne.

„Dieser positive Effekt betrifft die Entwicklung hin zu einer feuchten Form der Erkran­kung, wenn bestimmte Voraussetzungen bei den Makula-Erkrankungen erfüllt werden, die nur der Augenarzt feststellen kann“, sagte DOG-Vorstandsmitglied Frank Holz. Er betonte, die Einnahme sei keineswegs für alle Stadien der AMD sinnvoll.

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Die AMD betrifft etwa 4,5 Millionen Deutsche und ist damit die häufigste Erblindungs­ursache in den Industrienationen. Bei der feuchten Form wachsen Blutgefäße unkon­trolliert in den Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges ein und zerstören die Makula. Bei der trockenen Spätform sterben Sehzellen direkt ab. Die altersbedingten Schäden beeinträchtigen das Sehen erheblich, viele Betroffene erblinden im späten Stadium nahezu vollständig.

Auch zur allgemeinen Vorbeugung sei der Nährstoff-Cocktail nicht zu empfehlen, so die Fachgesellschaft. Insbesondere bei Rauchern und ehemaligen Rauchern könne die zusätzliche Einnahme von Beta-Carotin das Lungenkrebsrisiko erhöhen. Weitere mögliche Nebenwirkungen seien Nierensteine, Magenbeschwerden

und Hautverfärbungen. „Auch AMD-Patienten sollten ihren Arzt fragen, ob eine Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist und sich genau an die vorgeschriebene Dosierung halten“, rät der Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

© hil/aerzteblatt.de

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