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Ausland

Hilfsorganisationen kritisieren fehlen Schutz der syrischen Bevölkerung

Freitag, 13. März 2015

Berlin – Die Weltgemeinschaft ist nach Ansicht internationaler Hilfsorganisationen für das Leiden der syrischen Zivilbevölkerung mitverantwortlich. Im vergangenen Jahr habe der UN-Sicherheitsrat drei Resolutionen zum Schutz von Zivilisten in dem Bürgerkriegsland verabschiedet, die jedoch weitgehend ignoriert worden seien, erklärten mehr als 20 Gruppen am Donnerstag. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte den Sicherheitsrat zu „entschlossenen Maßnahmen“ zur Beendigung des Krieges auf.

Untersuchungen zeigten, „in welchem Ausmaß Konfliktparteien, Mitglieder des Sicher­heitsrats und andere UN-Mitgliedstaaten die Resolutionen ignoriert oder untergraben“ hätten, hieß es in dem unter anderem von Save the Children, World Vision und Oxfam verfassten Report mit dem Titel „Failing Syria“. Die Organisationen kritisierten, dass das Jahr 2014 das bisher blutigste in dem seit vier Jahren andauernden Konflikt gewesen sei. Insgesamt habe es mehr als 220.000 Tote gegeben, davon allein 76.000 im vergangenen Jahr.

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Auch der Zugang zu Hilfen habe sich weiter verschlechtert. 4,8 Millionen Menschen befänden sich in schwer zugänglichen Gebieten – 2,3 Millionen mehr als 2013. Auch 5,6 Millionen Kinder seien mittlerweile auf Hilfen angewiesen – 31 Prozent mehr als im Jahr 2013. Zugleich entspreche die Ausstattung der Nothilfe immer weniger dem Bedarf.

Der Bericht warf zudem beiden Konfliktparteien, Regierungssoldaten und bewaffneten Aufständischen, vor, wahllos Einrichtungen und Infrastruktur von Zivilisten anzugreifen. Dazu gehörten unter anderem Schulen und Gesundheitszentren.

Der Konflikt hatte Mitte März 2011 mit Protesten gegen die Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad begonnen und sich rasch zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums bekräftigte die Forderung Washingtons nach einem Rückzug Assads. Mit ihm sei es nicht möglich, das Land „komplett zu stabilisieren“, sagte Jen Psaki vor Journalisten.

Auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef machte auf die dramatische Lage der vom Syrien-Konflikt betroffenen Kinder und Jugendlichen aufmerksam. Etwa 5,6 Millionen Jungen und Mädchen befänden sich innerhalb der syrischen Grenzen in einer „akuten Notsituation“, erklärte Unicef in Berlin. Bis zu zwei Millionen von ihnen seien gar ganz oder zeitweise von jeglicher humanitärer Hilfe abgeschnitten.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gab an, die meisten der etwa 3,9 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei, dem Libanon, Jordanien, dem Irak und Ägypten sähen „für die nahe Zukunft keine Aussicht auf eine Rückkehr in ihre Heimat, aber auch kaum Möglich­keiten für einen Neustart im Exil“. Es bleibe „eine ständige Herausforderung, für eine warme und sichere Unterkunft zu sorgen“.

UN-Generalsekretär Ban erklärte: „Das syrische Volk fühlt sich zunehmend verlassen von der Welt.“ Das Leid „unter den Augen der internationalen Gemeinschaft“ dauere an. Der UN-Sicherheitsrat müsse daher „entschlossene Maßnahmen“ treffen. © dpa/aerzteblatt.de

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