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Politik

Private Kran­ken­ver­siche­rung: Zuwächse nur beim Pflege-Bahr

Freitag, 13. März 2015

Köln - Die private Kran­ken­ver­siche­rung stagniert, höhere Zuwächse gibt es nur noch bei der ergänzenden Absicherung des Pflegerisikos. Das zeigen die Zahlen für 2014, die der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) vorgelegt hat. Die Gesamtzahl der bei den 42 privaten Versicherern bestehenden Kran­ken­ver­siche­rungspolicen nahm im vergangenen Jahr leicht auf 32,76 Millionen zu. Wie schon im Jahr zuvor ist allerdings 2014 nur die Zahl der Zusatzversicherungen gewachsen – und zwar um 1,7 Prozent auf 23,93 Millionen. Der Trend zu privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aufzustocken, bleibe ungebrochen, erklärte dazu Verbandsvorsitzender Uwe Laue.

Nach langen Jahren des kontinuierlichen Wachstums geht die Zahl der Personen mit einer privaten Krankheitsvollversicherung allerdings seit einiger Zeit zurück: im ver­gangenen Jahr um 55 700 Versicherte oder 0,6 Prozent auf 8,83 Millionen Euro. Das entspricht fast genau dem Rückgang um 0,7 Prozent im Jahr 2013. Ob die PKV Versicherte gewinnt oder verliert, hat politische Bedeutung.

Sinkende Versichertenzahlen könnten von Befürwortern einer Einheitsversicherung als Beleg dafür gewertet werden, dass eine private Vollversicherung auf längere Sicht überflüssig wird. Der PKV-Verband erklärt den Rückgang mit einem Sondereffekt aufgrund des guten Arbeitsmarkts: Die Zahl der sozial­ver­sicherungs­pflichtig Beschäf­tigten sei um 424 000 gestiegen, auch weil viele vorher privatversicherte Selbständige in eine Anstellung mit Versicherungspflicht in der GKV gewechselt seien.

Bei der 2013 eingeführten staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung (Pflege-Bahr) gab es 2014 einen Zuwachs um 56 Prozent auf 549 000 Verträge. Die Zahl der nicht geförderten Policen stieg um 4,5 Prozent auf 2,46 Millionen. „Die staatliche Förderung bewegt die Menschen zu mehr privater Vorsorge“, kommentierte Laue diese Zahlen. Seit 2013 seien bereits mehr Verträge abgeschlossen worden als in den ersten 14 Jahren der ungeförderten Pflegezusatzversicherung.

Beitragseinnahmen von 36 Milliarden Euro in der privaten Kranken- und Pflegever­sicherung standen im vergangenen Jahr 24,7 Milliarden Euro Versicherungsleistungen (plus 1,8 Prozent) gegenüber. Laue hob hervor, dass die privaten Versicherer trotz Schuldenkrise und niedriger Zinsen den Alterungsrückstellungen rund 8 Milliarden Euro zugeführt hätten.

Diese stiegen auf 174 Milliarden Euro in der Kran­ken­ver­siche­rung und 28 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung und übertrafen zusammen erstmals die 200-Milliarden-Marke. „Die Demografie-Vorsorge der Privatversicherten ist damit weiter solide angestiegen“, sagte Laue. © Stü/aerzteblatt.de

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