NewsVermischtesKreuzbergs Antrag auf Coffeeshop in diesem Jahr
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Kreuzbergs Antrag auf Coffeeshop in diesem Jahr

Sonntag, 15. März 2015

Berlin – Der Plan des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg für eine legale Verkaufsstelle von Cannabis nimmt konkrete Gestalt an. „Ich erwarte, dass der Antrag dieses Jahr rausgeht“, sagte Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne).

Gestellt werden muss dieser Antrag für einen entsprechenden Modellversuch beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn. Derzeit formuliert ein Institut im Auftrag des Bezirks den Schriftsatz für die „kontrollierte und lizensierte Abgabe von Cannabisprodukten“. „Das müssen Fachleute machen, die das Know-How haben“, sagte Herrmann.

Grüne hoffen auf Rückgang des Drogenhandels
Die Kreuzberger Grünen verfolgen schon seit einigen Jahren das Ziel, einen soge­nannten Coffeeshop einzurichten, eine legale und staatlich kontrollierte Verkaufsstelle für die Drogen Haschisch und Marihuana. Damit soll rund um den Görlitzer Park der Drogenhandel zurückgedrängt und die damit zusammenhängende Kriminalität vermindert werden. Der Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux verspricht sich davon zumindest in der Gegend eine Entlastung.

Anzeige

Herrmann wandte sich gegen den Begriff Coffeeshop, mit dem eigentlich die hollän­dischen Cannabis-Läden bezeichnet werden. Es gehe eher um ein Fachgeschäft mit strenger Kontrolle durch die Behörden. Die Ausarbeitung des Modellprojekts und das Antragsverfahren seien sehr aufwendig, sagte Herrmann. Daher dauere das auch so lange. Zum Projekt werde dann auch eine Kontrollgruppe von 500 oder 1.000 Probanden und eine entsprechende Evaluation gehören. Ausgelegt sei so ein Modellversuch auf mehrere Jahre.

Bauern wollen Cannabis anbauen
Schon jetzt hätten sich Brandenburger Bauern mit der Frage gemeldet, ob sie für Kreuzberg dann Marihuana anbauen könnten, berichtete Herrmann. „Wir müssten das Cannabis ja dann beziehen. Ich hätte mir auch vorstellen können, dass es die Bezirksgärtnerei macht.“

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte muss eigentlich entscheiden, wer etwa im Rahmen einer Schmerztherapie Cannabis nehmen darf. Derzeit dürfen das in Deutschland nur 382 Patienten. Dass das Institut den Antrag von Kreuzberg genehmigt, halten viele Experten für unwahrscheinlich.

Insgesamt greifen aber 2,9 Millionen Menschen laut Drogenbericht der Bundesregierung gelegentlich zu Joints. Cannabis ist damit die Nummer eins unter den verbotenen Drogen im Land.

In Deutschland erlaubte ein Verwaltungsgericht jüngst drei Patienten den Anbau von Cannabis zur Schmerzbekämpfung. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium arbeitet derzeit an einer Regelung, Cannabis als Schmerzmittel für Patienten zuzulassen.

Die Grünen bringen in wenigen Tagen den Entwurf eines „Cannabiskontrollgesetzes“ in den Bundestag ein. Ziel ist die Freigabe von Cannabis unter strengen Auflagen und nur für Erwachsene.

In den US-Bundesstaaten Colorado und Washington dürfen Menschen ab 21 Jahren seit vergangenem Jahr Marihuana kaufen und konsumieren. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2020
Innsbruck – Das synthetische Cannabinoid Nabilon, das zur kurzzeitigen Behandlung der zytostatikainduzierten Übelkeit zugelassen ist, hat in einer Pilotstudie die nichtmotorischen Symptome von
Cannabinoid Nabilon lindert nichtmotorische Symptome bei Parkinson
7. Oktober 2020
Berlin – Die Lieferung von Medizinalcannabis aus deutschem Anbau an die Cannabisagentur verzögert sich wegen der Coronapandemie. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage
Lieferung von Medizinalcannabis verzögert sich
17. September 2020
Berlin – Im Rahmen einer offiziellen Gründungsveranstaltung wurde gestern der Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen e. V. (BPC) in Berlin vorgestellt. Der Verband, der sich als
Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen gegründet
1. September 2020
Berlin – Die Einfuhr von medizinischem Cannabis nach Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im
Einfuhr von medizinischem Cannabis deutlich gestiegen
20. August 2020
Frankfurt am Main – Die Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beauftragt die Cansativa GmbH mit Logistik- und Dienstleistungen für den Großhandel mit dem
BfArM erteilt Zuschlag für den Vertrieb von Cannabis
18. August 2020
Bath/England – Eine Behandlung mit Cannabidiol, einem nicht psychoaktiven Bestandteil der Cannabis-Pflanze, kann Patienten mit einer Cannabis-Abhängigkeit den Verzicht auf die Droge erleichtern, wie
Cannabisabhängigkeit: Cannabidiol kann Abstinenz erleichtern
13. August 2020
Ottawa – Die Inhaltsstoffe der Cannabisdroge, die über die Plazenta in den fetalen Kreislauf gelangen, könnten die vorgeburtliche Entwicklung stören. Zu den möglichen Folgen gehört nach einer Studie
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER