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Politik

„Pille danach” jetzt rezeptfrei in Apotheken erhältlich

Montag, 16. März 2015

Berlin – Die Präparate zur Notfallkontrazeption EllaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat und Pidana mit dem Wirkstoff Levonorgestrel sind ab sofort rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Eine entsprechende Änderung der Arznei­mittel­verschreibungs­verordnung hatten Bundestag und Bundesrat beschlossen, nachdem die EU-Kommission die „Pille danach“ Anfang Januar aus der Verschreibungspflicht herausgenommen hatte.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weist daraufhin, dass Ärzte Mädchen und Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr die „Pille danach“ auch künftig zulasten der Krankenkasse verordnen können. Damit dies möglich ist, wurde – auch auf Initiative der KBV – eine entsprechende Gesetzesänderung in Paragraf 24a des fünften Sozialgesetz­buches auf den Weg gebracht. Sie soll am 27. März im Bundesrat beraten werden und rückwirkend zum 1. März 2015 in Kraft treten.

Für die Zeit von heute bis Ende März haben sich die KBV, der GKV-Spitzenverband und der Deutsche Apothekerverband auf Anregung des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums auf eine Regelung verständigt: Danach sollen die Krankenkassen ärztliche Verordnungen von Notfallkontrazeptiva auf Muster 16 und deren Abgabe durch Apotheken nicht beanstanden.

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) sowie der Berufsverband und die Fachgesellschaften der Gynäkologen in Deutschland hatten vor einer schlechteren Beratungsqualität zur Notfallkontrazeption gewarnt. Insbesondere müssten die Packungsbeilagen die Empfehlung enthalten, sich bei Fragen zur Indikation, Wirkung und Nebenwirkung sowie zur Sexualität und Kontrazeption ärztlich beraten zu lassen, fordert die BÄK. Auch Apotheker müssten beim Verkauf des Medikaments auf diese Möglichkeit hinweisen. © hil/aerzteblatt.de

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