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Ärzteschaft

Informationskampagne mobilisiert Versicherte zur Vorsorgekoloskopie

Mittwoch, 18. März 2015

Stuttgart – Eine gezielte Informationskampagne verbunden mit Einladungsschreiben an die Versicherten hat in Baden-Württemberg die Teilnehmerrate an den Vorsorge­kolos­kopien gesteigert. Das zeigen Auswertungen aus dem Facharztvertrag Gastro­ente­rologie in dem Bundesland.

Die seit 2011 jährlich stattfindende Kampagne „Darm-Check“ unterstützt am Haus- und Facharztvertrag teilnehmende Ärzte durch ein Einladungsschreiben an Versicherte und weitere Informationsmaterialien. Initiatoren sind die AOK Baden-Württemberg, die Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg, der Hausärzteverband Baden-Württemberg sowie der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) und der Bundesverband niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI).

In der Folge haben sich in der Altersgruppe der 55-59-Jährigen, die durch die Kranken­kasse angeschrieben wurden, 4,0 Prozent der Versicherten für eine Vorsorgekoloskopie entschlossen – und damit deutlich mehr als in der Kollektivversorgung (2,6 Prozent). Das Darm-Check-Angebot richtet sich seit April 2014 auch an Patienten in der Altersklasse ab 50 Jahren. Begleitet wird diese Maßnahme durch eine wissenschaftliche Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.

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„Die Zahlen belegen eindrucksvoll den Effekt eines strukturierten Einladungs- und Informationsverfahrens. Wir sind sehr froh, dass wir im Rahmen des Gastro-Vertrages die notwendige Flexibilität und Bereitschaft der Vertragspartner haben, auch die Altersgruppe der 50-54-Jährigen erstmalig einzubeziehen“, sagte Leopold Ludwig, niedergelassener Gastroenterologe und Vorsitzender des bng in Baden-Württemberg.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weist daraufhin, dass das 2013 in Kraft getretene Krebsfrüherkennungs- und Krebsregistergesetz eine Neugestaltung der Darm­krebs­früh­erken­nung auch in der Kollektivversorgung vorsehe. Zukünftig soll es auch dort unter anderem ein schriftliches Einladungsverfahren zum Screening geben. Die Altersgrenzen sollen künftig an den aktuellen Stand des medizinischen Wissens angepasst werden, hieß es aus der KBV.

© hil/aerzteblatt.de

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