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Hochschulen

Erste rein telemedizinische Praxis öffnet in Hamburg

Donnerstag, 19. März 2015

Hamburg – Das Universitätsklinikum Heidelberg eröffnet in Hamburg eine rein teleme­dizinische Praxis zur Diagnose von peripheren Nervenschäden. Die bildliche Darstellung kleinster Nervenschäden in Armen, Beinen und im Bereich des Kopfes ist erst seit wenigen Jahren mit Hilfe neuer Verfahren der Magnetresonanztomographie (MR-Neuro­graphie) möglich, die am Heidelberger Universitätsklinikum maßgeblich entwickelt wurden.

Die Untersuchungen in der Hamburger Praxis vor Ort führen speziell geschulte Medizinisch-technische Assistentinnen durch, die MRT-Daten werden dann zur Auswertung nach Heidelberg geschickt, wo sie in Echtzeit verfügbar sind. Das Gespräch zwischen Arzt und Patient erfolgt per Videokonferenz.

Periphere Neuropathien sind die häufigste neurologische Störung und können verschie­dene Ursachen haben. So leiden rund die Hälfte aller Diabetes-Patienten früher oder später unter Missempfindungen an Fingern, Zehen und Fußsohlen. Die Nervenschäden können auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie, Folge von Alkoholmissbrauch, infolge von Gefäßerkrankungen oder aufgrund genetischer Veranlagung auftreten.

Häufige Symptome sind Kribbeln, Brennen, Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Bewe­gungs­­störungen. Mit den gängigen Diagnosemethoden lassen sich oft weder die genaue Stelle der Nervenschädigung noch die genaue Ursache ermitteln. „Es fehlten lange geeignete bildgebende Verfahren. Die haben wir mit der MR-Neurographie in den letzten Jahren am Universitätsklinikum Heidelberg entwickelt und etabliert“, erklärt Martin Bendszus, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Leiter der neuen MRT-Praxis Neuer Wall Hamburg.

Bislang können sich Patienten der privaten Krankenkassen an die Hamburger Praxis wenden. Nach Auskunft aus Heidelberg ist aber geplant, diese Spezialdiagnostik künftig auch in Hamburg über die gesetzliche Krankenkasse versicherten Patienten anbieten zu können. Bislang ist dies nur in Heidelberg möglich.

© hil/aerzteblatt.de

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