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Rettungskräfte brauchen verfügbare Fahrzeug­informationen schneller

Donnerstag, 19. März 2015

dpa

Berlin/Ulm/Göttingen – Rettungskräfte brauchen bei Verkehrsunfällen möglichst schnell technische Einzelheiten dazu, wie sie Verletzte aus verschiedenen Fahrzeugtypen möglichst schnell und sicher befreien können. Deshalb fordern die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Notärzte in Deutschland (BAND) eine gesetzliche Grundlage dafür, diese Informationen durch eine Kennzeichenabfrage direkt an den Unfallstellen abrufen zu können.

Wo an der Karosserie müssen Spreizer und Schere angesetzt werden? Wie verhindert man ein Auslösen des Airbags? Wie umgehen mit einem Hybridantrieb? Ohne die entsprechenden Informationen zu jedem Fahrzeug ist das Bergen von Verletzten oft sehr zeitraubend und schwierig.

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Daher gründeten verschiedene Akteure 2010 unter dem Dach des Verbands der Automobilindustrie den Arbeitskreis „Retten“. Hier diskutieren Vertreter der Automo­bilindustrie und verschiedene Rettungsverbände aktuelle Aspekte der Unfallrettung und erarbeiten Lösungsansätze. „Einer der Meilensteine der Arbeit des Arbeitskreises war die Erarbeitung von einheitlichen Fahrzeuginformationen in Form von Rettungs­datenblättern, welche von den Fahrzeugherstellern zur Verfügung gestellt werden und die Etablierung eines weltweit einheitlichen Standards dieser für die Rettungskräfte so wichtigen Informationen“, erläutert der DIVI-Experte Tim Heyne. Er ist Facharzt am Zentrum Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen und Vertreter der DIVI im Arbeitskreis „Retten“ des Verbands der Automobilindustrie.

Die Informationen, welche von den Herstellern zur Verfügung gestellt werden, zeigen nicht nur mögliche Gefahren wie die Lage von unter hohem Druck stehenden Gasgene­ratoren zum Füllen von Airbags auf, sondern geben den Einsatzkräften auch klare Handlungsanweisungen, etwa zur sicheren Deaktivierung eines Hochvoltsystems in einem Hybridfahrzeug.

Die Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdienst dürfen diese tagesaktuellen Informationen abrufen, indem sie das Kennzeichen des Unfallfahrzeugs beim Kraftfahrtbundesamt angeben. Das braucht allerdings Zeit.

„Es versteht sich sicher von selbst, dass es bei der technischen und medizinischen Rettung von Unfallopfern in den meisten Fällen um Minuten, wenn nicht gar Sekunden geht“, erläutert Björn Hossfeldt und fordert als Sprecher der Sektion Notfall- und Katastrophenschutz der DIVI.

Nötig sei daher, dass die Rettungskräfte vor Ort das Kennzeichen abfragen können und die Informationen vom Kraftfahrtbundesamt direkt erhalten. Nur dann vergehe keine unnötige Zeit, bis die Informationen die Einsatzkräfte erreichten. Diese Möglichkeit der sicheren und schnellen Informationsbeschaffung steht laut der DIVI in anderen Ländern der Europäischen Union, zum Beispiel den Niederlanden, schon viele Jahre zur Verfügung. © hil/aerzteblatt.de

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