NewsPolitikBluttest auf Down-Syndrom: Bundestags­abgeordnete schließen sich zusammen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bluttest auf Down-Syndrom: Bundestags­abgeordnete schließen sich zusammen

Freitag, 20. März 2015

Berlin – Erstmals nach 25 Jahren wenden sich mit einer gemeinsamen, interfraktionellen „Kleinen Anfrage“ Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen an die Bundesregierung. Dabei richten sie das Augenmerk auf eine Entwicklung in der Pränataldiagnostik: Die breite Anwendung des Bluttests auf eine Trisomie 21. Sie befürchten, dass die Möglichkeit für Schwangere, früh und risikoarm das Vorliegen von genetischen Veränderungen beim ungeborenen Kind zu testen, eine gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, diese Angebote auch regelhaft zu nutzen.

Dabei teilen sie die Sorge, dass Eltern, die sich gegen den Test oder wissentlich für ein behindertes Kind entscheiden, künftig immer mehr in Erklärungsnöte geraten könnten. Der Deutsche Ethikrat hatte in seiner Stellungnahme „Die Zukunft der genetischen Diagnostik“ bereits vor zwei Jahren auf diese mögliche Entwicklung aufmerksam gemacht.

Anzeige

Seit 2012 können Schwangere mit dem Bluttest ihr Kind privat auf Down-Syndrom testen lassen. Untersuchungen zufolge entscheiden sich bei Vorliegen einer Trisomie 21  dann neun von zehn Eltern für einen Schwangerschaftsabbruch. Gegenwärtig prüft der Gemeinsame Bundes­aus­schuss, ob die pränatalen Bluttests gemäß § 137e SGB V erprobt werden sollen. Würde das Erprobungsverfahren positiv ausfallen, könnten diese Bluttests in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aufgenommen werden.

Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März fordert der Caritasverband, die betroffenen Frauen mit ihrer Entscheidung nicht allein zu lassen und die Beratung zu stärken. Wichtiger als eine ausgefeiltere vorgeburtliche Selektion behinderter Kinder sei, betroffene Eltern besser zu beraten und ihnen im Alltag konkret zu helfen. Noch zu häufig würden die betroffenen Eltern privat und beruflich in ihren Möglichkeiten behindert. © ER/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Juli 2019
Würzburg – In der Debatte um nichtinvasive molekulargenetische Tests (NIPT) zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21 bei Risikoschwangerschaften hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter
Eltern haben Recht auf Wissen durch pränatale Bluttests
31. Mai 2019
Münster – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sollte künftig generell die Kosten für Pränataltests auf Trisomie 21, 13, 18 und die Beratung als Kassenleistung bezahlen. Dafür hat sich der 122.
Ärztetag für Pränataltests auf Trisomien als Kassenleistung
27. Mai 2019
New Brunswick/New Jersey – Die verminderten kognitiven Fähigkeiten, die Bestandteil des Downsyndroms sind, könnten möglicherweise durch eine pränatale Blockade des Gens OLIG2 auf dem Chromosom 21
Downsyndrom: Pränatale Genblockade könnte kognitive Störungen verhindern
11. April 2019
Berlin – Im Deutschen Bundestag zeichnet sich eine breite Unterstützung für eine Übernahme von risikoarmer, nichtinvasiver Pränataldiagnostik in den Leistungskatalog der gesetzlichen
Pränatale Bluttests: Bundestag diskutiert über mehr als nur die Frage der Kassenleistung
8. April 2019
Berlin – Die CDU hat sich heute für eine intensive Begleitung und Aufklärung im Zusammenhang mit nichtinvasiven molekulargenetischen Tests (NIPT) zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13,
CDU-Spitze für intensive Beratung bei nichtinvasiven molekulargenetischen Tests
2. April 2019
Berlin/Nordwalde – Ein inzwischen zurückgezogener Tweet der FDP-Bundestagsfraktion zu geplanten Anwendungsmöglichkeiten nichtinvasiver molekulargenetischer Tests zur Bestimmung des Risikos autosomaler
Tweet der FDP zu Trisomie-Bluttests sorgt für Protest
22. März 2019
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat heute das Stellungnahmeverfahren zu den geplanten Anwendungsmöglichkeiten nichtinvasiver molekulargenetischer Tests (NIPT) zur Bestimmung des Risikos
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER