Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Morbus Hodgkin: Brentuximab konsolidiert Ergebnisse nach Stammzelltherapie

Sonntag, 22. März 2015

Lmphoma cancer cell /dpa

New York – Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Brentuximab, das gezielt die Sternberg-Riesenzellen des Morbus Hodgkin angreift, kann nach einer Stammzelltherapie das progressionsfreie Überleben verlängern. Dies zeigten die Ergebnisse einer interna­tionalen Studie im Lancet (2015: doi: 10.1016/S0140-6736(15)60165-9). Der Hersteller hofft auf eine Erweiterung der Indikation.

Das Hodgkin Lymphom gehört zu den Krebserkrankungen mit den höchsten Heilungs­raten. Die Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie erzielt Gesamtüberlebensraten von 80 bis 90 Prozent. Bei einem Versagen der Primärtherapie verschlechtert sich die Gesamtüberlebensrate jedoch auf unter 50 Prozent. In dieser Situation ist eine Hoch­dosis-Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation heute die Behandlung der Wahl für die meisten Patienten.

Wenn es unter dieser Therapie erneut zu einem Rezidiv kommt, gehört Brentuximab zu den Therapieoptionen. Das Medikament kombiniert einen Antikörper, der an dem CD30-Rezeptor der Tumorzellen bindet, mit dem Zytostatikum Monomethyl-Auristatin E, dessen Wirkung durch den Antikörper auf den Bereich der Krebszellen begrenzt werden soll.

In dem Stadium, in dem Brentuximab zugelassen ist, erreicht allerdings nur ein Drittel der Patienten eine komplette Remission. In der AETHERA-Studie wurde Brentuximab deshalb vor dem Auftreten des Rezidivs als sogenannte Konsolidierungstherapie gegeben. An der Studie nahmen an 87 Behandlungszentren in den USA und Europa 329 Patienten teil, die nach der autologen Stammzelltransplantation ein hohes Risiko auf ein Rezidiv hatten. Sie erhielten im Abstand von drei Wochen 16 Behandlungen mit Brentuximab oder Placebo. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben.

Wie das Team um Craig Moskowitz vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York jetzt mitteilt, verlängerte Brentuximab das mediane progressionsfreie Überleben von 24,1 auf 42,9 Monate. Mit einer Hazard Ratio von 0,57 auf ein Rezidiv und einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,40 bis 0,81 war der Vorteil statistisch signifikant.

Zwei Jahre nach Beginn der Therapie waren im Brentuximab-Arm noch 65 Prozent gegenüber 45 Prozent im Placebo-Arm tumorfrei. Fast alle dieser Patienten können nach Auskunft von Moskowitz hoffen, vom Morbus Hodgkin geheilt zu sein. Die Behandlung belastet die Patienten allerdings mit zusätzlichen Nebenwirkungen. Dazu gehören eine periphere sensorische Neuropathie (56 versus 16 Prozent im Placebo-Arm), Neutropenie (35 versus 12 Prozent) und eine periphere motorische Neuropathie (23 versus 2 Prozent).

© rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18.09.17
Apoptosehemmung könnte Transplantations­erfolg von Blutstammzellen verbessern
Freiburg/New York – Eine Möglichkeit, den Transplantationserfolg von Blutstammzellen durch eine Hemmung des programmierten Zelltods zu verbessern, haben Forscher des Universitätsklinikums Freiburg......
04.09.17
Neues Zentrum für pädiatrische Stammzelltrans­plantation und Zelltherapie in Frankfurt
Frankfurt am Main – Forschung und Behandlung direkt miteinander verbinden soll das neue Johanna-Quandt-Zentrum für pädiatrische Stammzelltransplantation und Zelltherapie am Universitätsklinikum......
31.08.17
Transplantierte Stammzellen verbessern Parkinsonsymptome bei Affen
Kyoto – Bisherige zelltherapeutische Ansätze der Parkinsonkrankheit waren limitiert, da die notwendigen Stammzellen aus Hirngewebe abgetriebener Feten verwendet werden mussten. Dabei geht es auch ohne......
22.08.17
Neue Technik: Zelldifferenzierung per Barcode verfolgen
Heidelberg – Eine neue Technik soll die Differenzierung von Stammzellen dynamisch erfassen und Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung geben. Mithilfe eines......
09.08.17
Ethiker sieht keine Beschränkungen für Forscher wegen Embryonen­schutzgesetz
Berlin – Das deutsche Embryonenschutzgesetz beschränkt aus Sicht des Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, deutsche Wissenschaftler hierzulande nicht besonders stark. So liste der......
04.08.17
Stammzellen aus dem Hypothalamus verlangsamen Alterungsprozess bei Mäusen
New York – Stammzellen im Gehirn als Schlüssel zu einem längeren Leben und einem verzögerten Alterungsprozess: Forscher des Albert-Einstein-College of Medicine konnten in einer Studie unter Leitung......
02.08.17
Tausende Heavy-Metal-Fans als Stammzellen-Spender registriert
Wacken – Das Wacken Open Air steht nicht nur für sehr laute Musik, sondern auch für ein für langjähriges Engagement im Kampf gegen Blutkrebs. Seit der ersten Aktion 2014 haben sich rund 5.000......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige