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Ausland

Rückschlag für Liberia: Neuer Ebola-Fall

Sonntag, 22. März 2015

Monrovia – Nach 27 Tagen ohne Neuinfektion bestätigte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am späten Freitagabend, dass in einem Krankenhaus eine Frau positiv getestet wurde. Viele Bürger reagierten empört und warfen der Frau vor, sich fahrlässig angesteckt zu haben. Ebola hat eine Inkubationszeit von 21 Tagen. Die doppelte Zeitspanne – 42 Tage – muss ohne Neuerkrankungen vergehen, bevor die Weltgesund­heits­organisation (WHO) ein Land für ebolafrei erklärt. Der bis dahin letzte Patient war am 5. März aus der Klinik entlassen worden. Die Frau in Monrovia soll sich nun beim Geschlechtsverkehr mit einem Ebola-Überlebenden infiziert haben.

„Manche Leute lernen nie. Die Gesundheitsbehörden haben die Ebola-Überlebenden gewarnt, 90 Tage nach ihrer Entlassung keinen Sex zu haben. Warum konnte sie nicht warten oder einfach ein Kondom benutzen?“, sagte Tamba Boima, ein Bewohner der Hauptstadt.

Eine WHO-Sprecherin erklärte, die Entdeckung des neuen Ebola-Falls verdeutliche die erhöhte Wachsamkeit und den guten Überblick über die Erkrankungen in Liberia. Wichtig sei nun, alle Kontaktpersonen der neuinfizierten Patientin ausfindig zu machen.

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In den von der Epidemie am stärksten betroffenen westafrikanischen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea sind nach WHO-Angaben seit Dezember 2013 mehr als 10.200 Menschen an dem Virus gestorben. Mehr als 24.700 Menschen in neun Ländern hatten sich infiziert.

Liberia war von der Ebola-Epidemie am schwersten getroffen worden. Dort starben mehr als 4.000 Menschen. Wurden in dem Land vor sechs Monaten noch 300 Neuinfektionen pro Woche gemeldet, hatte es zuletzt aber deutliche Fortschritte im Kampf gegen die Krankheit gegeben. Die WHO hatte kürzlich erklärt, dass seit dem 19. Februar kein neuer Fall in Liberia aufgetreten sei. Am 4. März begann ein 42-tägiger Countdown, nach dem das Land bis zum 15. April für Ebola-frei erklärt werden sollte.

Ausgangssperre in Sierra Leone
Im Gegensatz zu Liberia gestaltete sich der Kampf gegen die Epidemie in den Nachbarl­ändern Guinea und Sierra Leone zuletzt schwieriger. Sierra Leone kündigte vor wenigen Tagen für Ende März eine dreitägige Ausgangssperre für 2,5 Millionen Menschen zur Eindämmung der Epidemie an, die am Samstag auf die gesamte Bevölkerung ausge­weitet wurde. Alle sechs Millionen Einwohner des Landes müssten vom 27. bis 29. März zu Hause bleiben, kündigte Präsident Ernest Koroma an.

„Die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes und das Leben unserer Menschen werden weiterhin von Ebola bedroht", sagte Koroma. "Die Zukunft unseres Landes und die Hoffnungen unserer Kinder stehen auf dem Spiel." In der vergangenen Woche wurden in dem Land 55 Neuerkrankungen gemeldet. Das war die niedrigste Zahl seit Juni.

95 Neuinfektionen in Guinea
In Guinea gab es dagegen mit 95 Neuinfektionen in einer Woche den höchsten Wert seit Jahresbeginn. Anhaltender Widerstand in der Bevölkerung gegen die Maßnahmen im Kampf gegen Ebola sollen die Bemühungen in Sierra Leone und Guinea behindern. So werden einige Ebola-Patienten noch immer nicht unter Quarantäne gestellt und behandelt, zudem gibt es weiter unsichere Beerdigungen der hochinfektiösen Leichen. In Guinea begann aber vor zwei Wochen eine großangelegte Versuchskampagne mit einem noch nicht zugelassenen Impfstoff. Eine ähnliche Kampagne war auch in Liberia gestartet worden. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #690938
Bernett
am Montag, 13. April 2015, 17:22

ECP (Ebola convalescent Plasma) auch hier anwenden!

Die Frau in Monrovia könnte mit ECP behandelt werden, um den Fehler auszubügeln.
Von diesbezüglichen Studienergebnissen in Liberia hört oder liest man in letzter Zeit leider wenig. Auffällig ist aber die geringe Zahl von Neuinfektionen in Liberia, was vielleicht auch unter anderem von ECP abgeleitet werden kann.
LNS
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