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Medizin

FDA hält genmodifizierte Äpfel und Kartoffeln für unbedenklich

Dienstag, 24. März 2015

dpa

Silver Spring – Nach transgenem Mais, transgener Sojabohne und transgenem Raps, die überwiegend als Tierfutter verwendet werden, kommen in den USA demnächst genmo­difizierte Äpfel und Kartoffeln auf den Markt. Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde FDA und Health Canada aus dem Nachbarland haben keine Bedenken.

Die Hersteller Okanagan Specialty Fruits aus Summenland im kanadischen Bundesstaat British Columbia hat einen Apfel entwickelt, der nach dem Aufschneiden nicht braun wird. Die beiden Sorten Granny Smith und Golden Delicious sollen künftig als „Arctic apples“ vermarktet werden. Die genmodifizierten Varianten der Kartoffelmarken Ranger Russet, Russet Burbank und Atlantic von J. R. Simplot Company aus Boise im US-Bundesstaats Idaho sollen ebenfalls keine braunen Stellen bekommen. Sie haben außerdem einen niedrigeren Gehalt an Asparagin. Beim Frittieren entsteht weniger Acrylamid, das als krebserregend eingestuft wird.

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Um diese Effekte zu erzielen, haben die beiden Firmen zusätzliche Gene in das Erbgut der Früchte eingebaut. Sie verhindern auf der Ebene der Messenger-RNA die Um­setzung anderer Gene in Proteine. Die Methode wird als Gen-Silencing bezeichnet. Beim Apfel wird das Enzym Polyphenoloxidase stillgelegt. Das Enzym kann Phenole und Catechole oxidieren, was zu der typischen Bräunung des Apfels (und anderer Früchte) nach dem Anschneiden führt. Die FDA sieht hier keine gesundheitlichen Risiken zumal das Gen-Silencing derzeit auch für die Entwicklung neuer Medikamente verwendet wird.

In den transgenen Kartoffeln werden gleich mehrere Gene stillgelegt. Zum einen ist dies wiederum eine Polyphenoloxidase, die bei der Kartoffel für die braunen Stellen verant­wortlich ist, die sich bei Stoßverletzungen ergeben. Auch die Verfärbung nach dem Aufschneiden dürfte ausbleiben, die aber bei der Kartoffel eine geringere Bedeutung hat. Die Eigenschaft richtet sich eher an die Produzenten, die vor finanziellen Verlusten durch Lagerungsschäden bewahrt werden sollen.

Das zweite stillgelegte Gen ist die Asparagin-Synthetase, die die Bildung von Asparagin katalysiert. Aus Asparagin entsteht später beim Frittieren Acrylamid. Die Acrylamid­bildung wird durch Monosaccharide wie Fruktose und Glukose gefördert. Der Hersteller hat deshalb die Aktivität mehrerer Gene geblockt, durch die Stärke in die Mono­saccharide verwandelt wird. Dies soll auch die von den Konsumenten bevorzugte goldbraune Farbe der Kartoffel verstärken.

Auch hier hat die FDA keine Bedenken. Die Behörde verlässt sich dabei auf die Angaben der Hersteller. Größere Anwendungstests wie bei Arzneimitteln sind nicht geplant. Ob die Konsumenten die neuen Produkte akzeptieren, wird von Beobachtern unterschiedlich beurteilt.

Der Hersteller Monsanto war 1995 mit der Einführung einer transgenen Kartoffel gescheitert. Sie sollte damals gegen einen Befall von Kartoffelkäfern geschützt sein. Dies wurde damals durch ein zusätzliches Gen erreicht, das ein Insektizid produzierte. Das war US-Verbrauchern doch ein wenig zu viel „Frankenfood“. Die Farmer konnten nicht zum Anbau überredet werden und Monsanto nahm die Kartoffel später wieder aus dem Programm.

© rme/aerzteblatt.de

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