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Politik

Neues Gesundheitspakt in Hessen soll Ärzte auf das Land bringen

Dienstag, 24. März 2015

Frankfurt/M – Ein neuer „Gesundheitspakt 2.0“ soll in Hessen die ärztliche Versorgung in der Fläche sichern. Neu ist darin unter anderem, dass Studierende, die ihre Famulatur in einer Landarztpraxis machen, dafür bis zu 600 Euro monatlich erhalten können. Von 2015 bis 2018 stellt das Land dafür 800.000 Euro zur Verfügung. Die Kassenärztliche Vereinigung will außerdem bis maximal 2.400 Euro zahlen, wenn Medizinstudierende ihr praktisches Jahr (PJ) auf dem Land machen.

„Um Antworten darauf zu geben, wie wir bei sich verändernden Rahmenbedingungen und dem anstehenden Fachkräftebedarf weiterhin eine bedarfsgerechte und gute medizinische Versorgung anbieten können, ist ein gemeinsames Vorgehen aller Akteure erforderlich“, sagte der Hessische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Stefan Grüttner (CDU).

Mit dem Gesundheitspakt 2.0 setzt das Land die Kooperation mit der Ärztekammer Hessen, den Krankenkassen und kommunalen Spitzenverbände sowie den Universitäten fort. Der erste Pakt wurde 2011 geschlossen. In der erweiterten Vereinbarung kommen vom Land vier Millionen Euro. Neu hinzugekommen sind unter anderem die Apotheker­verbände.

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Die Neuauflage des Hessischen Gesundheitspakts umfasst insgesamt 28 Einzelpunkte. „Mit diesem erweiterten Maßnahmenpaket fördern wir die Zusammenarbeit der Gesundheits- und Pflegeberufe und geben Antworten auf den anstehenden Fachkräfte­bedarf im Gesundheitswesen und in der Pflege“, erläuterte Grüttner. Der Pakt fördert die Zusammenarbeit von Gesundheits- und Pflegeberufen unter anderem durch berufsüber­greifende Fortbildungen, die Etablierung von interdisziplinären Gesundheitszentren sowie einem sektorenübergreifenden Medikationsplan zur Vermeidung von Doppel­verordnungen und ungewünschten Wechselwirkungen.

Das Land stellt für die Förderung von regionalen Gesundheitsnetzen außerdem insgesamt 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. Zugleich werden die 2012 an den Universitäten in Frankfurt und Marburg gegründeten sogenannten Kompetenzzentren zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin stärker unterstützt. Diese erhalten bis 2018 eine Million Euro – 400.000 Euro mehr als bisher.

Die SPD-Opposition verlangte neue Konzepte für Ärzte im ländlichen Raum, in Teilzeitarbeit oder als Angestellte im Team. Gerade junge Ärztinnen wollten Familie und Beruf vereinbaren und keine Einzelkämpfer mehr sein, erklärte der Abgeordnete Thomas Spies. Mit einer Förderung von nur vier Millionen Euro könne das Land außerdem strukturell wenig bewegen. © hil/aerzteblatt.de

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