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Zecken sind trotz kalter Nächte schon aktiv

Dienstag, 24. März 2015

Leipzig – Trotz der teils immer noch frostigen Nächte sind die Zecken schon aktiv. Sie benötigten am Tag noch etwas Zeit, um auf „Betriebstemperatur“ zu kommen und dann auf Wirtssuche zu gehen, sagte Christine Klaus vom Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen in Jena am Dienstag. Am häufigsten seien sie deshalb im Moment „über die Mittagszeit, vor allem an sonnigen und windstillen Plätzen auf Wiesen, an Waldrainen und auch im noch sehr lichten Laubwald anzutreffen“.

Die Zecken-Expertin rät, nach einem Spaziergang in der Natur die Kleidung und den Körper nach Zecken abzusuchen. Zudem sei jetzt auch ein guter Zeitpunkt, um den aktuellen Impfschutz gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningo­enzephalitis (FSME), eine virusbedingte Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, zu überprüfen und notfalls aufzufrischen. Das Jenaer Institut ist zugleich Nationales Referenzlabor für durch Zecken übertragene Krankheiten.

Auch Gärten sind Zeckengebiet
Zecken lauern nicht nur in Wäldern und auf Wiesen auf Wirte. Auch Gärten sind Zeckengebiet, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Universität Hohenheim bestätigt. Es seien selbst Gärten betroffen, „die sehr gepflegt und mehrere hundert Meter vom Wald entfernt sind“, erklärte die Parasitologin Ute Mackenstedt. Vermutlich verbreiten demnach Vögel sowie größere Haus- und Wildtiere wie Füchse und Rehe Zecken über größere Distanzen.

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Die Forscher haben seit vergangenem Sommer rund 60 Gärten im Großraum Stuttgart untersucht. Je näher sie am Wald liegen, desto mehr Zecken gibt es. Aber auch 500 Meter vom Wald entfernt fanden die Forscher noch etwa ein Fünftel des Zeckenanteils von Waldrandgrundstücken. Gärten ohne Unterholz mit sehr kurzem Rasen haben demnach zwar weniger Zecken, aber ganz frei von den Blutsaugern sind auch sie nicht.

Zecken werden ab fünf bis sieben Grad Celsius aktiv
Gewöhnlich werden Zecken bei Temperaturen ab etwa fünf bis sieben Grad Celsius aktiv. In der Regel halten die achtbeinigen Blutsauger von November bis Ende Februar Winterruhe. Allerdings beobachten Experten seit geraumer Zeit, dass sie wegen des Klimawandels und milder Winter ihre Aktivitäten ausweiten. „Heute finden wir das ganze Jahr über aktive Zecken“, erklärte Mackenstedt.

Derzeit gelten laut Robert-Koch-Institut (RKI) 142 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete. Dazu zählen fast ganz Bayern und Baden-Württemberg, wo es auch die meisten Krankheitsfälle gibt. Auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, des Saarlands und Sachsens sind betroffen.

Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen und arbeiten oder dort Urlaub machen, empfehlen die Fachleute eine Impfung. Durch einen Zeckenstich kann auch Borreliose übertragen werden. Eine wirksame Impfung dagegen gibt es bisher nicht. © hil/aerzteblatt.de

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