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Weltweit 480.000 Tuber­kulose-Patienten mit multiresistenter Form

Dienstag, 24. März 2015

Mikroskopische Aufnahme von Tuberkel-Bakterien im Maßstab 1360:1 /dpa

Berlin – Auch wenn sie nicht in den Schlagzeilen ist: Die Tuberkulose (Tb) bleibt hoch bedeutsam. Daran erinnern Epidemiologen zum heutigen Welttuberkulosetag. Nach Schätzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) waren 2013 weltweit rund neun Millionen Menschen an Tb erkrankt. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) starben in dem Jahr 1,5 Millionen Patienten, etwa 480.000 hatten eine multiresistente und damit schwer behandelbare Form.

Tb weltweit zu besiegen braucht mehr als eine gute medizinische Versorgung und den Zugang zu notwendigen Medikamenten – obwohl dies ebenfalls notwendig ist. Daran erinnern verschiedene Autoren heute in einem „Viewpoint“ in der Fachzeitschrift Lancet. Die Autoren begrüßen zunächst die sogenannte End-Tb-Strategy der WHO. Die World Health Assembly hatte sie im Mai 2013 in Genf beschlossen. Ihr ehrgeiziges Ziel ist, Tb bis zum Jahr 2035 deutlich einzudämmen.

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„Formuliertes Ziel für Niedriginzidenzländer ist es, bis 2035 eine Präelimination und bis 2050 eine Elimination der Tuberkulose zu erreichen“, erläutert das RKI im Epidemi­ologischen Bulletin die Version der Strategie. „Präelemination“ meint in diesem Zusammenhang weniger als zehn Erkrankungen pro eine Million Einwohner und „Elemination“ weniger als eine Erkrankung pro Million Einwohner. „Hierfür wäre in Deutschland ein jährlicher Rückgang der Tb-Inzidenz von mehr als zehn Prozent erforderlich. Tatsächlich stagnieren die Erkrankungszahlen jedoch, ähnlich wie in anderen Industrienationen“, berichtet das RKI.

Tuberkulosevakzinen: „Blackbox, die wir noch nicht verstehen“

Gegen die Tuberkulose befinden sich verschiedene Vakzinen in klinischer Prüfung. Dennoch gibt es viele offenen Fragen in den grundsätzlichen Mechanismen der Erkrankung. Als die erste Tuberkulosevakzine vor beinahe 100 Jahren entwickelt wurde, steckte die Medizin noch in einer Phase, in der „trial and error“ in der Entwicklung neuer Substanzen an der Tagesordnung war. Dennoch gelang dem

Gleichwohl haben die reichen Industriestaaten in der Vergangenheit große Fortschritte beim Kampf gegen Tb erzielt. „Sie schafften dies nicht nur durch eine gute Versorgung von Tb-Patienten, sondern indem sie ihre Gesundheitssysteme für die breite Bevöl­kerung gut zugänglich machten, die soziale und ökonomische Absicherung der Patienten und die Ernährungsbedingungen verbesserten“, so die Lancet-Autoren. Dies müsse auch der Ansatz für jene Länder sein, in denen viele Menschen an Tb erkranken, mahnen sie. © hil/aerzteblatt.de

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