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Erste-Hilfe-Kurse werden verkürzt

Dienstag, 24. März 2015

dpa

Bonn – Stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und den Puls feststellen - was die Teilnehmer in den Erste-Hilfe-Kursen bisher in zwei Tagen gelernt haben, soll ab dem 1. April bereits nach einem Tag angewendet werden können. Damit in Notsituationen jeder Handgriff sitzt, setzen die Rettungsdienste in der Ausbildung nun verstärkt auf Praxisübungen anstatt medizinischer Theorie und Frontalunterricht.

Rund 40 Prozent der Deutschen glauben laut einer aktuellen Studie der Johanniter-Unfall-Hilfe, dass Menschen Verletzten in Unfallsituationen nicht helfen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Obwohl 99 Prozent der Menschen in Deutschland gute Erste-Hilfe-Kenntnisse wichtig finden, liegt bei jedem Fünften der Kurs mehr als fünf Jahre zurück, bei jedem Dritten sogar mehr als zehn Jahre, wie die Bundesarbeits­gemeinschaft Erste Hilfe (BAGH) bedauert.

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Alle verpflichtenden Erste-Hilfe-Kurse mit derselben Stundenzahl
Durch die beschlossene Verkürzung soll sich das ab dem 1. April ändern. Die Deutschen erlernen die lebensrettenden Sofortmaßnahmen nun in neun anstatt der bisher vorgesehenen 16 Unterrichtsstunden von jeweils 45 Minuten. Moderner, straffer, praxisnaher und einheitlicher soll die Erste-Hilfe-Ausbildung dadurch werden. „Die Anforderungen an Ersthelfer am Unfallort sind immer dieselben - deshalb kann es aus unserer Sicht nur eine Erste-Hilfe-Hilfe geben”, findet der Bereichsleiter für Bildung, Erziehung und Ehrenamt bei den Johannitern, Ralf Sick.

Das bedeutet: Ob lebensrettende Sofortmaßnahmen für Führerscheinanwärter oder Ausbildung von Betriebshelfern - alle verpflichtenden Erste-Hilfe-Kurse umfassen in Zukunft die gleiche Stundenzahl. In kleinen Gruppen sollen die Kursteilnehmer immer abwechselnd die Perspektive von Rettern und Betroffenen einnehmen, erklärt Sick. Auch ein Blick von Außen auf eine simulierte Notfallsituation stehe auf dem Stundenplan.

Fahrschüler müssen jetzt neun statt acht Stunden lernen
Die Stundenzahl der auf den Straßenverkehr spezialisierten Kurse für Fahrschüler wird von bisher acht auf neun Stunden angehoben. „Dafür wird auch viel mehr trainiert, damit die oft jungen Menschen auf Notsituationen vorbereitet sind”, erklärt die Erste-Hilfe-Expertin vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Susanne Pohl. Unter das Schlagwort Modernisierung fällt hier auch der verstärkte Einsatz moderner Medien. Filme, digitale Medien oder ein computerunterstütztes Lernprogramm sollen den Teilnehmern die Grundlagen der Soforthilfe in Notsituationen über die Praxisübungen im Kurs hinaus näher bringen und helfen, die Inhalte zu verinnerlichen.

Mehr Praxis im Kurs bedeutet auch mehr Motivation für die Teilnehmer, findet der Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes, Klaus Walraf.

Durch den neuen Schwerpunkt in der Ausbildung sollen die Teilnehmer schneller in der Lage sein, intuitiv zu handeln. „Die meisten Notsituationen, in die man gerät, geschehen nicht auf der dunklen Landstraße. Sie passieren im persönlichen Umfeld: auf dem Weg zur Arbeit oder in der Familie”, so Walraf. Dann komme es darauf an, zu wissen, was zu tun ist, bevor der Krankenwagen vor Ort ist. Durch das neue Ausbildungs-Konzept sollen sie Kurs-Teilnehmer bereits nach der zweiten Doppelstunde in der Lage sein eine Herzdruckmassage durchzuführen.

Empfehlung: Alle zwei bis drei Jahre einen Wiederholungs­kurs
Auch das Thema Auffrischung habe man bei der verkürzten Erste-Hilfe-Ausbildung im Hinterkopf gehabt, erzählt Pohl. Um dauerhaft und effektiv in Notsituationen helfen zu können, empfehlen die Rettungsdienste, alle zwei bis drei Jahre einen Wiederholungs­kurs zu besuchen. Dieser müsse dann nicht den Umfang eines Grundkurses haben, sondern könne in rund 90 Minuten absolviert werden, erklärt die Erste-Hilfe-Expertin des DRK. Auch der Referatsleiter Ausbildung bei den Maltesern, Stefan Markus, fordert die Bundesbürger auf, ihre Kenntnisse immer wieder aufzufrischen. „Aus dem Rettungsdienst wissen wir, wie wichtig die Erste Hilfe ist, um Leben zu retten oder schwerwiegende Folgen zu verhindern. Kommen sie vorbei und lernen in ein paar Stunden, was zu tun ist.” © kna/aerzteblatt.de

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