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Angelina Jolie: Vorsorgliche Entnahme der Eierstöcke

Dienstag, 24. März 2015

New York – Zwei Jahre nachdem sie sich vorsorglich beide Brustdrüsen amputieren ließ, hat sie nun auch ihre Eierstöcke entfernen lassen. Die 39-jährige Hollywood-Schauspielerin schrieb am Dienstag in einem Gastbeitrag für die Zeitung New York Times, dass verdächtige Blutwerte sie zu dem Schritt bewogen hätten. Auch die Eileiter seien entfernt worden. „Ich hatte die Prozedur in der vergangenen Woche”, erläuterte die Ehefrau von Brad Pitt. Es sei zwar ein kleiner, harmloser Tumor gefunden worden, „aber es gab kein Anzeichen von Krebs im Gewebe”.

Jolies Mutter, Großmutter und Tante waren an Krebs gestorben. Sie selbst trage einen Gendefekt in sich, der das Risiko für Brustkrebs auf 87 Prozent, das für Eierstockkrebs auf 50 Prozent erhöhe. Das BRCA1-Gen sei bei ihr verändert.

Aus Sicht von Krebsforschern kann die vorsorgliche Entnahme von Eierstöcken und Eileitern bei bestimmten Gen-Defekten ratsam sein. „Was Hollywood-Star Angelina Jolie gemacht hat, ist sinnvoll, wenn ein mutiertes BRCA-Gen nachgewiesen wurde“, sagte Susanne Weg-Remers, die Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. In dem Fall sollten Eierstöcke um das 40. Lebensjahr oder fünf Jahre vor dem Erkrankungsalter der jüngsten Verwandten mit dem gleichen Defekt entfernt werden, erläuterte die Medizinerin am Dienstag.

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„Entscheidend ist, dass die Mutation nachgewiesen ist“, betonte Weg-Remers. Zwar hätten nur wenige Frauen den bei Angela Jolie nachgewiesenen BRCA1-Defekt. „Diejenigen, die die Mutation haben, tragen aber ein deutlich erhöhtes Risiko, an Eierstock- oder Brustkrebs zu erkranken.“

BRCA-Gene hat jeder Mensch in seinem Erbgut. Sie sind wichtig für die Reparatur von DNA-Schäden. Wenn sie mutieren, kann das zu Krebs führen. Bei einem BRCA1-Defekt liege das Erkrankungsrisiko für Eierstockkrebs im Lebensverlauf bei 40 bis 45 Prozent, sagte Weg-Remers. An Brustkrebs erkrankten fast drei Viertel der Frauen mit dem Defekt vor dem 70. Lebensjahr. „Es kann auch sein, dass man beide Krebsarten bekommt.“ Auch Männer könnten erkranken.

Besorgte Frauen sollten nach dem Rat der Medizinerin zunächst ihre familiäre Risikosituation klären. Wenn mehrere Verwandte an beiden Krebsarten erkrankt seien, liege der Verdacht auf einen vererbten Gen-Defekt nahe. Dann solle man sich beraten und gegebenenfalls testen lassen. Allerdings, so räumte die Medizinerin ein: „Das ist eine sehr persönliche Entscheidung.“ Wenn eine Mutter die Mutation habe, habe die Tochter ein 50-prozentiges Risiko, diese auch zu bekommen. „Das ist für eine junge Frau eine schwierige Situation, das zu wissen.“

Werde eine Mutation nachgewiesen, seien regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs möglich. Eierstockkrebs hingegen werde oft erst spät erkannt, darum sei die Sterblichkeit bei dieser Krebsform auch deutlich höher. Trägerinnen von BRCA1-Defekten sei daher die vorsorgliche Entfernung der Eierstöcke zu empfehlen. Die Risiken eines solchen Eingriffs seien im Verhältnis zum Erkrankungsrisiko betrachtet gering, sagte die Expertin.

Insgesamt erkranken in Deutschland laut DKFZ jährlich 7800 Frauen an Eierstockkrebs, an Brustkrebs fast zehnmal so viele (74 000). © dpa/aerzteblatt.de

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