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Politik

Extremkostenfälle: Große Krankenhäuser erhalten für Regelleistungen zu wenig Geld

Mittwoch, 25. März 2015

dpa

Berlin – Kostenausreißer bei Regelleistungen werden Universitätskliniken und Maximal­versorgern im DRG-System nicht ausreichend vergütet. Bei spezialisierten Leistungen gibt es hingegen keine Unterdeckung. Das geht aus dem ersten Extrem­kostenbericht hervor, den das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) in Kürze veröffent­lichen will.

Für den Bericht hat das InEK sowohl allgemeine als auch spezielle Versorgungs­leis­tungen definiert. Erstere repräsentieren die 20 fallzahlstärksten DRGs in Deutschland sowie DRGs, die in mindestens 80 Prozent der deutschen Krankenhäuser erbracht werden – das sind insgesamt 47 der 1.149 analysierten DRGs. Die speziellen Versor­gungs­leistungen umfassen in dem Bericht 178 häufig in Universitätskliniken und von Maximalversorgern erbrachte Leistungen.

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„Das Problem liegt nicht im hochspezialisierten Bereich“
„Wir haben sehr bemerkenswerte Ergebnisse gefunden“, berichtete der Geschäftsführer des InEK, Frank Heimig, am vergangenen Donnerstag auf dem 14. Nationalen DRG-Forum in Berlin. „In den großen Häusern gibt es eine sehr starke Unterdeckung bei den Regelleistungen.“ Konkret gebe es bei den allgemeinen Versorgungsleistungen in Unikliniken und bei Maximalversorgern eine Unterdeckung von –8,3 Prozent, wohingegen diese Leistungen in den anderen Krankenhäusern mit einer Unterdeckung von –0,1 Prozent praktisch ausfinanziert seien.

Bei den spezialisierten Leistungen gibt es dem Extremkostenbericht zufolge in den großen Häusern eine Überdeckung in Höhe von +2,3 Prozent. Bei den kleineren Krankenhäusern liegt die Überdeckung sogar bei +14 Prozent. „Das ist ein erstaunliches Ergebnis“, resümierte Heimig. „Denn das Problem liegt nicht im hochspezialisierten Bereich. Es liegt, unabhängig von der Größe der Krankenhäuser, bei den Regel- und Standardleistungen.“ In absoluten Zahlen habe die Unterdeckung, allgemeine und spezielle Leistungen zusammengenommen, im Jahr 2013 bei –34 Millionen Euro gelegen. Bis 2015 sei dieser Wert auf 30 Millionen Euro gesunken.

„Extremkostenberichte werden Weiterentwicklung des Systems deutlich voranbringen“
Heimig erklärte, dass die neue DRG-Klassifikation 2015 bereits zu einer besseren Abbildung der Extremkostenfälle geführt habe. Besser abgebildet werden könnten zum Beispiel aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlungen – mit Hilfe der sogenannten Super-SAPS. „Der Super-SAPS-Umbau verbessert die Kostendeckung der Ausreißerfälle um 12,3 Prozent“, sagte Heimig. „Überdurchschnittlich profitieren davon die Universitätskliniken.“ Insgesamt zeigte er sich zuversichtlich, dass der neue Extremkostenbericht die Weiterentwicklung des Systems deutlich voranbringen werde.

Künftig wird das InEK einmal pro Jahr einen Extremkostenbericht veröffentlichen. Dazu beauftragt wurde das Institut von der schwarz-gelben Bundesregierung mit dem im Juni 2013 verabschiedeten „Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitrags­schulden in der Kran­ken­ver­siche­rung“. © fos/aerzteblatt.de

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