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Medizin

Ebola: Höhere Letalität unter Kindern

Donnerstag, 26. März 2015

London – Kinder werden nach einer Infektion mit Ebolaviren schneller symptomatisch und sterben häufiger an der Erkrankung, wie ein Team der Welt­gesund­heits­organi­sation im New England Journal of Medicine (2015; 372: 1274-1277) berichtet.

Fast 4.000 Menschen, die bisher in Sierra Leone, Guinea und Liberia am Ebola-Fieber erkrankt sind, waren unter 16 Jahre alt. Dies ist nur ein Fünftel aller Fälle, doch aus bisher unbekannten Gründen ist die Zahl der Erkrankungen bei Kindern in der letzten Zeit gestiegen, berichtet das Team um Christl Donnelly vom Imperial College London.

Dies sei eine bedrohliche Entwicklung, weil die Letalität bei den jüngsten Patienten am höchsten ist. So seien rund 90 Prozent der erkrankten Kinder im Alter unter einem Jahr und rund 80 Prozent der Kinder im Alter von ein bis vier Jahren gestorben. Die Case-Fatality-Rate ist damit deutlich höher als im Erwachsenenalter, wo 65 Prozent der Patienten sterben. Die besten Überlebenschancen hatte die Altersgruppe zwischen 10 und 15 Jahren. Die Letalität betrug hier nur 52 Prozent.

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Bei den jüngsten Patienten kommt es nach einer Infektion auch früher zu Symptomen. Die Inkubationszeit betrug bei Kindern im ersten Lebensjahr nur 6,9 Tage, verglichen mit 9,8 Tagen bei Kindern im Alter von 10 bis 15 Jahren. Die Krankheit verläuft bei den jüngeren auch schneller. Sie müssen früher hospitalisiert werden und oft kommt es innerhalb kürzester Zeit zum Tod.

Da die Kinder zunächst nur ein hohes Fieber entwickeln und andere Krankheitszeichen wie Schmerzen, Luftnot, Schluckstörungen oder Schluckauf (ein Zeichen für die Darmlähmung mit Wasseransammlung im Magen) fehlen, fällt die Diagnose schwer. Von zentraler Bedeutung für die Rettung der Kinder ist laut Donnelly die frühe Diagnose und eine ausreichende Rehydration, da der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten eine häufige Todesursache ist. © rme/aerzteblatt.de

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