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Medizin

Forscher halten engmaschige Kontrollen bei asymptomatischen Pankreaszysten nicht immer für nötig

Montag, 30. März 2015

Rochester – Ärzte können bei asymptomatischen Pankreaszysten auf engmaschige Kontrolluntersuchungen verzichten, so lange kein Verdacht auf ein Malignom besteht. Mitglieder der amerikanischen Gesellschaft für Gastroenterologie um Leitautor Savanti Saroop Vege veröffentlichten in Gastroenterology eine neue Leitlinie für das klinische Management solcher Zufallsbefunde (http://dx.doi.org/10.1053/j.gastro.2015.01.015).

Bei etwa 15 Prozent aller Patienten, die aus anderen Gründe eine MRT-Untersuchung des Abdomens erhalten, entdecken die Untersucher asymptomatische Pankreaszysten. Für Ärzte und Patienten ist laut den Forschern dann die Unsicherheit oft groß, weil die Empfehlungen zum Thema wenig einheitlich seien. Das tatsächliche Entartungsrisiko benigner Zysten sei häufig gering, während Operationen ein gewisses Risiko hätten, meinen die Autoren. Demgegenüber stünden aber die verheerenden Folgen eines zu spät diagnostizierten Pankreaskarzinoms, umreißen die Forscher ihre Fragestellung.

Die Wissenschaftler arbeiteten die Ergebnisse von verfügbaren Studien auf und entwarfen auf deren Grundlage die Leitlinie. Zufällig entdeckte Pankreaszysten seien in 10 von 100.00 Fällen eine intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie, eine Vorstufe des Karzinoms, und in 17 von 100.000 Fällen ein duktales Karzinom. Das initiale Krebsrisiko sei somit eher als gering zu betrachten, so ihre Interpretation.

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Solange ein erfahrener Radiologe keine verdächtigen Merkmale bei der Zyste entdecke, seien MRT-Kontrolle für den weiteren Verlauf vertretbar. Kontrollen nach einem und dann alle zwei Jahre seien demnach für stabile Zysten empfehlenswert. Sofern nach fünf Jahren Beobachtung keine Veränderungen einträten, könnten Ärzte darüber nach­denken, weitere Kontrolluntersuchungen einzustellen. Das jährliche Entartungsrisiko einer gutartigen Zyste beträgt nach Angaben der Wissenschaftler etwa 0,27 Prozent, wobei es für stabile Zysten vermutlich eher niedriger sei.

Für Patienten mit mindestens zwei auffälligen Hinweisen in der Bildgebung, wie einem dilatierten Pankreashauptgang oder soliden Tumoranteilen, sei eine Operation indiziert. In der Nachsorge könnte bei komplett benignen Befunden auf regelmäßige MRT-Kon­trollen eher verzichtet werden, so die Wissenschaftler.

Die Forscher geben bei ihrer neuen Leitlinie jedoch zu bedenken, dass die bisher verfügbaren Studien zu benignen Pankreaszysten häufig von geringer Qualität seien. Die neue Leitlinie sei daher nur als Richtungsgeber für den klinischen Alltag zu verstehen, betonen sie.

© hil/aerzteblatt.de

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