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Medizin

Sport auch bei schlechter Luft gesund

Dienstag, 31. März 2015

dpa

Kopenhagen – Lohnt es sich, im Stadtpark zu joggen, oder steigert dann die vermehrte Atmung die Belastung durch Luftschadstoffe? Der Einwand ist nicht unberechtigt, doch in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Environmental Health Perspectives (2015; doi: 10.1289/ehp.1408698) war körperliche Aktivität im Freien auch dann mit einer verminderten Mortalität assoziiert, wenn die Belastung der Luft mit Schadstoffen erhöht war.

Die Studie „Diet, Cancer and Health“ der Dänischen Krebsgesellschaft hat in den Jahren 1993 bis 1997 insgesamt 57.053 Männer und Frauen im Alter von 50 bis 65 Jahren aus Kopenhagen und Aarhus nach ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt. Dazu zählten die körperlichen Aktivitäten an der frischen Luft wie Sport, Fahrradfahren, Gartenarbeit und Spazierengehen.

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Ein Team um Zorana Jovanovic Andersen von der Universität Kopenhagen hat das Schicksal der damaligen Teilnehmer in den Sterberegistern recherchiert. Insgesamt 5.534 Teilnehmer sind bislang gestorben, darunter 2.864 an Krebs, 1.285 an Herzkreislauferkrankungen, 354 an Erkrankungen der Atemwege und 122 an Diabetes. Andersen setzte die Todesfälle mit den früheren körperlichen Aktivitäten in Beziehung und bezog dabei die Stickstoffdioxid-Konzentration (NO2) der Außenluft am Wohnort der Teilnehmer in die Kalkulationen ein.

Ergebnis: Den größten Einfluss hatten Radfahren und Gartenarbeit in Gegenden, in denen die Luftverschmutzung niedrig war (NO2-Konzentration 19,0 µg/m3 oder niedriger). Hier sank die Sterblichkeit an Atemwegserkrankungen bei Radfahrern und  Hobbygärtnern um 45 Prozent: DieHazard-Ratio (HR) für Radfahrer betrug 0,55 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,42 bis 0,72. Für Hobbygärtner betrug die HR 0,55 (0,41-0,73). In Gegenden mit einer höheren Schadstoffbelastung der Luft, verminderte Radfahren die Sterblichkeit weniger. Das Risiko an Atemwegserkrankungen zu sterben war aber immer noch tendenziell um 23 Prozent vermindert (HR 0,77; 0,54-1,11). Bei der Gartenarbeit sank die Sterberate an Atemwegserkrankungen um 19 Prozent (HR 0,81; 0,55-1,18).

Die Vorteile waren bei hoher NO2-Konzentration der Luft nicht mehr signifikant. Es gab aber in fast allen Berechnungen zu Sport allgemein, Radfahren, Gärtnern oder Spazierengehen und zur Gesamtsterblichkeit oder zu Todesfällen an Krebs, Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen oder Diabetes keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko unter einer schadstoffreichen Luft.

Die einzige Ausnahme war der Einfluss des Spazierengehens auf die Krebssterblichkeit: Hier wurde aber weder bei guter noch bei schlechter Luft eine Assoziation gefunden. Die Ergebnisse gelten allerdings nur vor dem Hintergrund der insgesamt geringen Luftver­schmutzung in Dänemark. In den stark belasteten Metropolen Asiens, Afrikas und Südamerikas könnte die Situation anders sein. © rme/aerzteblatt.de

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