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Politik

Dr. med. Tankred Stöbe: Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen

Montag, 1. September 2014

Tankred Stöbe

Seit 2004 ist der Notfallmediziner und Internist Tankred Stöbe im Vorstand und seit 2007 Präsident von Ärzte ohne Grenzen Deutschland. Während der Zeit, die er nicht in Projekten verbringen kann, engagiert er sich von Berlin aus für die humanitäre Hilfsorganisation.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?

Dass er hochgradig sinnvoll und relevant ist und stets neue Herausforderungen bietet, von denen man zunächst glaubt, sie nicht bewältigen zu können.

Was ärgert Sie am meisten?

Wenn die Zivilbevölkerung in Krisenregionen der Ignoranz ihrer Regierungen ausgeliefert ist, aber auch wenn die internationale Solidarität nicht ausreicht, um das Leid zu lindern.

Was war die wichtigste Entscheidung in
Ihrem Leben?

Als ich 2002 die Klinikstelle gegen mein erstes Projekt mit Ärzte ohne Grenzen im Dschungel von
Myanmar eintauschte.

Gesundheit bedeutet für Sie …

Freiheit.

Ihr wichtigster Tipp/Rat für angehende Ärzte?

Lasst euch den Idealismus für diesen wunderbaren Arztberuf nicht ausreden: nicht durch Pessimisten und nicht durch die manchmal lähmende Alltagsroutine.

Ihre Prioritätenliste für Veränderungen im Gesundheitswesen …

Krankenhäuser in Deutschland verkommen immer mehr zu Kapitalunternehmen und das Arzt-Patienten-Verhältnis zum Anbieter-Kunden-Vertrag. Und: In vielen Ländern existiert kein Gesundheitswesen.

Welchem Gesundheitsthema wünschen Sie mehr Aufmerksamkeit?

Humanitärer Hilfe und vernachlässigten Krankheiten – warum nicht schon im Studium?

Wie schützen Sie sich vor zu viel Stress?

Lesen und Schlafen.

Was hat Sie zuletzt am stärksten beeindruckt?

Die Gastfreundschaft der Syrer, die uns trotz größter Not und Armut im Kriegsgebiet aufnahmen und verpflegten, während wir in einer Höhle eine chirurgische Klinik einrichteten.

Wie verbringen Sie Ihre freie Zeit?

Mit Ärzte ohne Grenzen und mit meiner Frau
auf Reisen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …

Dass in diesem Jahr keine weiteren Krisen
hinzukommen.

Die besten Ideen kommen Ihnen …

wenn ich nachts nicht schlafen kann.

© DÄ-M/aerzteblatt.de

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