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Medizin

Pestizide in Obst und Gemüse vermindern Spermienqualität

Mittwoch, 1. April 2015

dpa

Boston - Der Verzehr von Obst und Gemüse mit hohen Pestizidrückständen war in einer prospektiven Kohortenstudie in Human Reproduction (2015; doi:10.1093/humrep/dev064) mit einer geringen Spermienzahl im Ejakulat und einem vermindertem Anteil von normal geformten Spermien assoziiert.

Die Unfruchtbarkeit ist in den Industrieländern zu einem zunehmenden Problem gewor­den. In den USA bleiben 12 bis 16 Prozent aller Paare ungewollt kinderlos, und in etwa 30 Prozent finden die Reproduktionsmediziner die Ursache beim Mann. Pestizide gelten als eine mögliche Ursache, seit in den 1970er Jahren bei einem kalifornischen Pestizid­hersteller die Mehrheit der männlichen Mitarbeiter eine Azoospermie entwickelten.

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Das dort hergestellte Mittel DBCP ist zwar heute nicht mehr im Einsatz und die Exposition von Konsumenten dürfte um ein Vielfaches geringer sein als bei den Herstellern oder Anwendern. In den letzten Jahren wurde jedoch immer wieder der Verdacht geäußert, dass die heute verwendeten Substanzen die Spermatogenese beeinträchtigen könnten. Die vom US-National Institute of Environmental Health Sciences gesponserte Environ­ment and Reproductive Health oder EARTH-Study versucht hierfür epidemiologische Belege zu finden.

Das Team um Jorge Chavarro von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston hat 338 Samenproben von 155 Männern analysiert, die sich wegen Fertilitäts­problemen an ein Kinderwunschzentrum gewendet hatten. Die Männer füllten detaillierte Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus. Die Forscher setzen die Angaben zum Verzehr von Obst und Gemüse mit den Pestizidrückständen in Verbindung, die das Pesticide Data Program des US-Landwirtschaftsministeriums für die einzelnen Sorten ermittelt hat. Die Forscher teilten die Männer dann nach dem Verzehr von pestizid­belastetem Obst und Gemüse in vier Gruppen.

Ergebnis: Das Viertel der Männer mit dem höchsten Verzehr von hoch belasteten Obst- und Gemüsesorten hatte durchschnittlich 86 Millionen Spermien im Ejakulat und damit 49 Prozent weniger als die am wenigsten belasteten Männer, bei denen im Durchschnitt 171 Millionen Spermien pro Ejakulat gezählt wurden. Von den mit den Pestiziden in der Nahrung belasteten Männern wiesen 5,1 Prozent der Spermien eine normale Gestalt, in der Vergleichsgruppe waren es 7,5 Prozent. Auch hier war der Unterschied signifikant.

Anders war die Situation bei Männern, die überwiegend gering mit Pestiziden belastetet Obst und Gemüse verzehrten hatten. Hier war ein hoher Konsum sogar mit einem leicht erhöhten Anteil von normal geformten (7,8 versus 5,7 Prozent) verbunden. Es gibt deshalb für Männer mit Fertilitätsproblemen keinen Grund, auf den Verzehr von Obst und Gemüse zu verzichten, die im Allgemeinen als gesundheitsförderlich eingestuft werden. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #107994
Adolar
am Donnerstag, 2. April 2015, 22:21

Bißchen konkreter wäre der Bericht ganz nett,

aber so? Was ist "hoch" belastet, und mit was? Wenn die geschädigten, amerikanischen Geschlechtsgenossen wenig, aber "hoch" belastetes Zeug gegessen haben, müßte man die Chemikalien eigentlich geschmeckt haben. Es sei denn, man tunkt alles kräftig in Ketchup, der ja auch nicht so ganz gesund ist...
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