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Politik

Lungenkrebs: IQWiG findet Zusatznutzen bei Patienten ohne Hirnmetastasen

Mittwoch, 1. April 2015

Köln – Der seit November 2014 zugelassene Wirkstoff Nintedanib (Handelsname Vargatef) hat in Kombination mit Docetaxel einen geringen Zusatznutzen bei Patienten ohne Hirnmetastasen. Zu diesem Ergebnis ist das Institut für Qualität und Wirtschaft­lichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer Dossierbewertung gekommen.

Nintedanib ist zur Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Drüsengewebe (Adenokarzinom), die bereits eine Chemotherapie erhalten haben, zugelassen. Bei Patienten mit Hirnmetastasen hat der neue Wirkstoff dem Institut zufolge allerdings mehr Nachteile als eine Chemotherapie allein mit Docetaxel.

Grundsätzlich konnte das IQWiG maximal einen Hinweis für einen Zusatznutzen aus den Ergebnissen der einzigen Studie im Herstellerdossier ableiten. Wie die Analyse der Daten zeige, hängen Vor- oder Nachteile von Nintedanib in Kombination mit Docetaxel vor allem davon ab, ob die Patienten bei Studienbeginn bereits Hirnmetastasen hatten oder nicht.

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Demnach überlebten Patienten ohne Hirnmetastasen, die Nintedanib in Kombination mit Docetaxel erhielten, mit 13,5 Monaten (Median) länger als die Studienteilnehmer, die allein mit Docetaxel behandelt wurden (10,3 Monate im Median). Daraus leitet das IQWiG einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Nintedanib ab. „Zwar hatten Patienten unter Nintedanib auch häufiger Durchfall, aber dieser Nachteil stellt den Überlebensvorteil nicht infrage“, heißt es von den Wissenschaftlern. Deshalb bleibe es insgesamt beim Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen für Patienten ohne Hirnmetastasen.

Wurden Patienten, die bei Studienbeginn bereits Hirnmetastasen hatten, mit Nintedanib behandelt, trat Appetitverlust häufiger auf und die Symptome Übelkeit und Erbrechen wie auch Durchfall verschlechterten sich während der Behandlung. „Diese Nachteile führen zu einem Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Nintedanib bei Patienten mit Hirnmetastasen“, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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