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Politik

Masern in Berlin: Noch kein Ende der Erkrankungswelle absehbar

Montag, 6. April 2015

Berlin – Auch rund ein halbes Jahr nach Beginn des Masernausbruchs in Berlin ist noch kein Ende der Erkrankungswelle absehbar. Bis Donnerstag wurden dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) 970 Fälle der hochansteckenden Infektionskrankheit gemeldet, davon 849 in diesem Jahr. Damit wurden innerhalb einer Woche mehr als 45 Fälle registriert.

Der bisherige Wochen-Höchstwert 2015 hatte nach Zahlen des Robert Koch-Instituts zwar bei 91 gelegen. Doch der Verlauf zeigt, dass es für eine Entwarnung noch zu früh ist: Kurz nach dieser Spitze waren die Fallzahlen vorübergehend auf etwa 40 zurückgegangen, bevor sie wieder auf über 80 Fälle pro Woche anstiegen.

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Knapp ein Viertel der Berliner Patienten musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Am Virchow-Klinikum der Charité etwa weisen in diesen Tagen besonders viele Schilder Patienten mit Masernverdacht an, sich bei einem separaten Eingang zur Notaufnahme zu melden.

Ursachen: Große Impflücken und mangelndes Wissen der Bevölkerung
Experten werten den Ausbruch in Berlin seit Oktober 2014 als einen der größten in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren. Die Hauptgründe für dessen Stärke und Dauer sehen sie neben Unwissenheit in der Bevölkerung in großen Impflücken bei jüngeren Erwachsenen.

Eltern können sich nach Angaben von Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) ab sofort auch beim Kinderarzt gegen Masern impfen lassen, und Frauenärzte können auch begleitende Männer impfen.

Bislang wurden die Mediziner dafür nicht honoriert. Auf diese Weise sollen nun unkompliziert Impflücken in der Bevölkerung geschlossen werden. Im Februar starb ein Kleinkind an den Folgen der Infektion. © dpa/aerzteblatt.de

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