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Politik

Bundesregierung: 200 Millionen Euro für Sonderhilfsprogramm und Weißhelm-Truppe für Afrika

Montag, 6. April 2015

Berlin – Die Bundesregierung will sich mit einem Sonderhilfsprogramm am Wiederaufbau der Ebola-Gebiete in Westafrika beteiligen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) reisen dazu am Dienstag nach Ghana und Liberia. „Wir werden den Aufbau der Gesundheitssysteme und einer besseren Krisenreaktion in Afrika mit 200 Millionen Euro fördern”, kündigten Müller und Gröhe in der Bild-Zeitung vom Dienstag an. Deutschland hat bisher 195 Millionen Euro zur Bekämpfung der Ebola-Seuche in Afrika beigesteuert.

Die drei von der Epidemie am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leona und Guinea seien wirtschaftlich um fünf bis zehn Jahre zurückgeworfen worden. „Auch wenn sich die Scheinwerfer der Welt von Westafrika abwenden, dürfen wir die Region nicht allein lassen”, sagte Müller..

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Die geplante Weißhelm-Truppe will Deutschland notfalls im Alleingang aufbauen. „Wir werden bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine Kernmann­schaft von Weißhelmen aufstellen, die in drei bis fünf Tagen überall auf der Welt im Einsatz sein kann”, sagte Müller. Ob sich andere Nationen an der Initiative beteiligen, sei davon unabhängig. Am Dienstag bricht Müller zusammen mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe zu einem viertägigen Besuch ins Ebola-Gebiet nach Westafrika auf.

Montgomery fordert weltweite Impfinitiative
Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery erklärte, Regierung, Wissen­schaft und Hilfsorganisationen hätten die Dramatik der Ebola-Seuche unterschätzt. „Diesen Vorwurf mache ich aber nicht der Regierung allein, sondern uns allen”, sagte Montgomery der Rheinischen Post vom Dienstag. Als die Krise in ihrer ganzen Dimension erkannt geworden sei, habe die Regierung gut reagiert. Montgomery forderte eine „weltweite Initiative”, um die Bevölkerung in den betroffenen Regionen zu impfen. „Solche Landstriche entvölkernde Krankheiten lassen sich nur mit Impfungen beseitigen”, sagte er.

Hilfsorganisation kritisiert mangelnde Förderung der Gesundheitssysteme
Unterdessen forderte die Hilfsorganisation World Vision die Bundesregierung auf, sich stärker für den Ausbau der Gesundheitssysteme in Afrika zu engagieren. Zwar gebe es Erfolge im Kampf gegen Ebola, doch zahlreiche Länder seien nach wie vor nicht in der Lage, die gesundheitliche Grundversorgung ihrer Bevölkerung zu gewährleisten, erklärte die Kinderhilfsorganisation am Montag in Friedrichsdorf. Die Bundesregierung müsse ihren G7-Vorsitz dafür nutzen, das Thema Mutter-Kind-Gesundheit auf die weltpolitische Agenda zu heben.

In Staaten wie Sierra Leone wird World Vision zufolge schon seit Jahren massiv an der gesundheitlichen Grundversorgung gespart. Auch deshalb habe sich die Ebola-Epidemie so verheerend ausgewirkt. „Jedes Jahr sterben weltweit immer noch mehr als sechs Millionen Kinder und täglich etwa 800 Schwangere und junge Mütter zum Teil an leicht behandelbaren Krankheiten oder deshalb, weil die Versorgung rund um die Geburt miserabel ist”, erklärt Marwin Meier, Gesundheitsexperte bei World Vision Deutschland.

In manchen armen Ländern leisten World Vision zufolge nicht-staatliche Akteure wie Kirchen oder Hilfsorganisationen bis zu 40 Prozent der gesamten Gesundheits­versorgung. Gesundheitssysteme könnten so nicht nachhaltig betrieben werden. Die Kernverantwortung eines Staates für das Wohl seiner Bürger liege bei der Regierung, sagte Meier. © kna/afp/aerzteblatt.de

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