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Immer weniger offene OPs bei Bauch­aorten-Aneurysma

Dienstag, 7. April 2015

München – In Deutschland werden mittlerweile 70 Prozent aller Bauchaorten-Aneu­rysmen (BAA) mit sogenannten Stents über die Leiste versorgt. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

Das BAA zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Männern über 65 Jahre. Um ein lebensbedrohliches Platzen des Gefäßes zu verhindern, muss die Aussackung recht­zeitig beseitigt werden. Dafür stehen zwei Verfahren zur Verfügung: Bei der offenen Bypass-Operation eröffnet der Chirurg die Bauchhöhle des Patienten und ersetzt das krankhaft erweiterte Stück Schlagader durch eine stabile, dichte Kunststoffprothese.

Bei der sogenannten endovaskulären Aneurysmaausschaltung (EVAR) hingegen schieben die Ärzte über einen Katheter in der Leiste des Patienten ein kleines Metallgerüst durch die Blutgefäße vor bis zum Aneurysma. Der Stent wird anschließend aufgespannt, um die krankhafte Schlagader abzudichten und ein Aufreißen zu verhin­dern. Die offene Operation erfolgt in der Regel in Vollnarkose, während für die Schlüssel­loch-Variante oft eine örtliche Betäubung ausreicht.

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Die Zunahme an Schlüsselloch-Eingriffen ist laut der Fachgesellschaft vor allem auf den technologischen Fortschritt zurückzuführen. „Implantationstechnik und Gefäßstützen haben sich rasant weiterentwickelt“, erläutert Giovanni Torsello, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin und Chefarzt der Klinik für Gefäß­chirurgie am St. Franziskus-Hospital Münster.

Der Prozentsatz an EVAR-Eingriffen habe daher stetig zugenommen und liege gegenwärtig bei über 70 Prozent. Die Methode sei zugleich sehr sicher: „Beim Stent-Verfahren sterben 0,67 Prozent aller Patienten innerhalb von 30 Tagen, beim offenen Eingriff sind es 4,2 Prozent“, so Torsello.

Neben der geringeren Sterblichkeit habe das Stent-Verfahren gegenüber einer offenen Operation weitere Vorteile: „Der Eingriff dauert wesentlich kürzer und ist körperlich weniger belastend. Die Patienten können die Klinik einige Tage früher wieder verlassen“, erläutert der Gefäßexperte.

© hil/aerzteblatt.de

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