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Ärzteschaft

Psychiater warnen vor Stigmatisierung von Depressionspatienten

Dienstag, 7. April 2015

Berlin – Nach der Tragödie des Germanwings-Fluges 4U9525 warnen Psychiater und Nervenärzte vor einer Stigmatisierung von Patienten mit Depressionen. Die öffentliche Diskussion um die Flugzeugkatastrophe, „die größtenteils auf der Basis von Speku­lationen geführt wird, rückte schnell die Diagnose Depression, an der der Copilot vor mehreren Jahren vermeintlich erkrankt war, in den Mittelpunkt“, heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) und des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP).

Die Gesellschaften kritisieren, es sei unangemessen, auf der Basis unvollständiger Informationen die mögliche Rolle einer psychischen Erkrankung zu diskutieren. „Wir erleben mit großer Bestürzung eine völlig übereilte, von Spekulationen getragene, Meinungsbildung zu psychischen Erkrankungen als Ursache für den wahrscheinlich willkürlich herbeigeführten Flugzeugabsturz“, heißt es in der Stellungnahme.

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Die öffentliche Diskussion vermittle fälschlicherweise, dass von psychischen Erkran­kungen, insbesondere der Depression, Gefahren für die Allgemeinheit ausgingen. „Dadurch werden Menschen mit einer psychischen Störung, und das sind – betrachtet man die Lebenszeit eines Menschen – mehr als 30 Prozent der Bevölkerung, öffentlich diskriminiert“, kritisieren die Verbände. Das verstärke die Angst und Scham, unter der viele Menschen mit einer psychischen Erkrankung litten. Der Wunsch und die Motivation, verfügbare, wirksame und erfolgreiche Therapiemethoden in Anspruch zu nehmen, werde so weiter reduziert.

„Eine so genannte Meldepflicht für psychische Erkrankungen und das Durchbrechen der ärztlichen Schweigepflicht wird die Angst und die Scham der von psychischer Erkrankung Betroffenen erhöhen und eine frühzeitige sachgerechte Behandlung verhindern“, warnen die Verbände. © hil/aerzteblatt.de

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