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Medizin

Fischöle könnten Chemotherapie abschwächen

Mittwoch, 8. April 2015

dpa

Amsterdam – Der Konsum von fetthaltigen Fischen oder die Supplementation von Fischöl-Kapseln könnte den Effekt einiger Chemotherapien abschwächen. Davor warnen Forscher des Netherlands Cancer Institute in Amsterdam um Emile Voest in JAMA Oncology (doi:10.1001/jamaoncol.2015.0388).

Viele an Krebs erkrankte Patienten versuchen neben der Chemotherapie, ihren Körper durch Lebensstilveränderungen zu unterstützen. Für erhöhte Spiegel von Omega-3-Fettsäuren im Blut konnten einige Studien protektive Effekte gegen metabolische Erkrankungen oder Demenzen zeigen. Patienten könnten daher dazu neigen, Omega-3-Fettsäuren zusätzlich einzunehmen, um von den gesundheitsfördernden Effekten zu profitieren, so die Meinung der Forscher.

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Auch bei Krebserkrankungen haben einzelne Arbeitsgruppen die Wirkung der Öle untersucht: US-Wissenschaftler zeigten für Patienten, die an Prostatakrebs erkrankt waren, dass zusätzliche Fischöl-Supplemente die Teilung der malignen Zellen hemmten (doi: 10.1158/1940-6207.CAPR-11-0298). Die Arbeitsgruppe um Voest warnt nun jedoch vor einem unbedachten Umgang mit den Fischölen.

Die Forscher untersuchten ihre Hypothese in einer präklinischen Studie am Mausmodell. Sie konnten feststellen, dass beispielsweise Therapien mit Cisplatin, Oxaliplatin oder Irinotecan durch die Öle unwirksam wurden. Sie förderten die Proliferation von speziellen Makrophagen aus der Milz, welche Lysophospholopide sezernierten. Diese Stoffe hoben die Wirkung der Therapie auf. Bereits kleine Mengen der Omega-3-Fettsäuren reichten laut der Forscher hierfür aus.

An gesunden Probanden überprüften die Forscher die Plasmaspiegel der Fettsäuren nach Fischölkonsum. Sie konnte zeigen, dass bei Einnahme von zehn Milliliter die Plasmaspiegel deutlich anstiegen. Die gemessenen Konzentrationen hätten laut der Wissenschaftler bereits nach drei Milliliter ausreichen können, um die Therapieeffekte deutlich abzuschwächen.

Die Forscher befragten außerdem 118 Patienten aus ihren Behandlungszentren zum Fischölkomsum. Von den befragten Patienten gaben 30 Prozent an, zusätzliche Fischöle einzunehmen und elf Prozent nahmen Omega-3-Fettsäuren ein. Da Fischöle den Therapieeffekt möglicherweise beeinflussen könnten, empfehlen die Forscher zumindest an Therapietagen auf den Konsum dieser zu verzichten. © hil/aerzteblatt.de

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