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Politik

Vivantes erwirtschaftet 2014 knappes Plus

Mittwoch, 8. April 2015

Berlin – Der Berliner Krankenhauskonzern Vivantes hat das Jahr 2014 mit einem Gewinn von 7,9 Millionen Euro abgeschlossen. Bei einem Umsatz von einer Milliarde Euro entspricht das einer Rendite von 0,8 Prozent. Das erklärte die Vorsitzende der Geschäftsführung von Vivantes, Andrea Grebe, heute vor Journalisten in Berlin. In den Häusern des größten kommunalen Krankenhausträgers Deutschlands wurden im vergangenen Jahr 230.966 stationäre und 310.350 ambulante Fälle behandelt. Das entspricht einer Zunahme von 5,8 Prozent im stationären und 1,6 Prozent im ambulanten Bereich.

„Wir haben heute eine Bettenauslastung von 85 bis 90 Prozent“, erklärte Grebe. Grund dafür sei, dass Berlin seit Jahren wachse. „Eine so hohe Auslastung kann schon zu Problemen führen. Bei Grippewellen, Glatteis oder einem grassierenden Magen-Darm-Virus kann es dann auch zu Flurbetten kommen. Deshalb bräuchten wir etwa 800 Betten mehr“, sagte Grebe.   

Vivantes will bei patientenfernen Dienstleistungen sparen
Sie kündigte an, im Jahr 2015 den Gewinn auf über ein Prozent steigern zu wollen. Möglich werden soll dies durch „einen Strauß von Maßnahmen, zum Beispiel Prozessoptimierungen, Zusammenlegungen von Abteilungen, eine Senkung von Sachkosten, indem wir zusammen mit der Charité ausschreiben, und durch wettbewerbsfähige Tarifstrukturen“.

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Die Personalkosten für die knapp 15.000 Mitarbeiter von Vivantes beliefen sich im vergangenen Jahr auf 720 Millionen Euro. Das entspricht einer Personalkostenquote von 70 Prozent. „Im Vergleich zu anderen Krankenhäuser ist das viel“, sagte Grebe. „Perspektivisch wollen wir versuchen, diese Quote auf 65 Prozent zu senken.“ In der Pflege gebe es heute allerdings keinen Raum mehr, um Personal einzusparen. „Einsparen könnten wir eher in patientenfernen Bereichen, beim Service zum Beispiel“, sagte Grebe. Künftig werde so bei Neueinstellungen in diesen Bereichen nicht mehr nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt. Allein dadurch könne in den kommenden drei Jahren zwei Millionen Euro eingespart werden.

Vivantes will im Komfortbereich wachsen
Wachsen will Vivantes unter anderem im Komfortbereich. „Mit Komfortkliniken machen wir deutlich über 20 Millionen Euro Umsatz. Mit unseren Kapazitäten sind wir voll ausge­lastet“, sagte Grebe. Diese außerbudgetären Erlöse würden genutzt, um innerhalb des Konzerns andere Bereiche quer zu finanzieren.

Grebe erklärte, dass es auch bei Vivantes einen Investitionsstau gebe: „Wir bräuchten eigentlich 85 Millionen Euro für Investitionsfinanzierungen. 50 Millionen davon müssten vom Land Berlin kommen.“ 2014 hätte das Unternehmen allerdings nur 19 Millionen Euro erhalten.   

Wartezeitendebatte: „Wir werden abwarten, wie hoch der Bedarf überhaupt ist“
Von der Bundespolitik erhofft sich der Konzern kurz vor der Krankenhausreform insbesondere Planungssicherheit. „Wir würden uns wünschen, dass die Politik ihren eigenen Neuregelungen Zeit gibt, gelebt zu werden, statt sie wieder zu ändern, bevor sie überhaupt greifen können“, sagte der neue Geschäftsführer Finanzmanagement von Vivantes, Eibo Krahmer.

So habe die Politik zum Beispiel den Orientierungswert gekappt, bevor er von den Krankenhäusern in den Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen überhaupt habe genutzt werden können. „Wenn wir die Steigerungsraten bekommen würden, die mal mit dem Orientierungswert angedacht waren, wäre uns schon geholfen“, sagte Krahmer.

Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz planen Union und SPD die Einrichtung von Servicestellen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Wenn es den KVen nicht möglich ist, innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu vermitteln, sollen sich Patienten im Krankenhaus behandeln lassen können.

Darauf angesprochen, ob Krankenhäuser überhaupt die Kapazitäten hätten, um diese Patienten zu versorgen, sagte Grebe: „Wir werden deshalb kein Extra-Personal vorhalten. Aber wir haben schon heute Spezialisten, wir haben Spezialsprechstunden und wir können weitere Kapazitäten anbieten.  Wir werden aber zunächst in Ruhe abwarten, wie hoch überhaupt der Bedarf ist.“ © fos/aerzteblatt.de

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