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Ärzteschaft

Verteilung von Psychiatern, Nervenärzten und Psychotherapeuten geht am Bedarf vorbei

Donnerstag, 9. April 2015

Berlin – Die Verteilung von Psychiatern, Nervenärzten und Psychotherapeuten geht vielerorts am Bedarf der Patienten vorbei. Das kritisieren Fachverbände der Psychiater und Nervenärzte. Besonders deutlich werde die Fehlplanung bei nervenärztlichen Praxen: In vier von fünf Regionen gelinge keine bedarfsgerechte Verteilung.

Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) und die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) verweisen dabei auf Zahlen der Bertelsmann Stiftung, die im Rahmen des sogenannten Faktenchecks Ärztedichte im März 2015 erschienen sind.

„Die Leidtragenden sind unsere Patienten. Menschen mit psychischen Erkrankungen finden auf dem Land nur mit Mühe und nach langer Wartezeit einen Termin beim Facharzt oder Psychotherapeuten“, kritisiert Frank Bergmann, Vorsitzender des BVDN und des Spitzenverbandes ZNS. „Psychische Erkrankungen neigen im hohen Maß zur Chronifizierung und wiederkehrenden Krankheitsepisoden. Eine rasche und frühzeitige Behandlung ist für unsere Patienten deshalb besonders wichtig“, betont Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des BVDP.

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Sie schlägt daher vor, die Weiterbildung in den Fächern Psychiatrie und Psychotherapie und Neurologie besonders zu fördern. Diese Förderung sollte auch in vertragsärztlichen nervenärztlichen und psychiatrischen Praxen erfolgen, ähnlich, wie dies schon bei Hausärzten erfolgreich etabliert sei, so Roth-Sackenheim.

Aus Sicht der DGPPN mangelt es zudem an der Steuerung, Vernetzung und Koordination der vielfältigen Versorgungsangebote. „Unverzichtbar ist deshalb die Entwicklung und Implementierung von sektorenübergreifenden und strukturierten Versorgungsansätzen“, sagte die DGPPN-Präsidentin Iris Hauth.

Auch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) fordert, die Bedarfs­planung weiter auf den Prüfstand zu stellen. Zwar könne seit der Überarbeitung der Bedarfsplanungs-Richtlinie Ende 2012 die Veränderung der demografischen Struktur der Bevölkerung berücksichtigt werden und auf Landesebene von der Richtlinie abgewichen werden.

„Um aber beurteilen zu können, ob tatsächlich eine Über- oder Unterversorgung vorliegt, müssen aus Sicht der Versorgungsforschung neben der Altersstruktur der Bevölkerung auch weitere Faktoren berücksichtigt werden: Dazu zählen zum Beispiel die Verteilung und Häufigkeit von Erkrankungen und die Sozialstruktur“, sagte der Leiter des ZI-Versor­gungsatlas, Jörg Bätzing-Feigenbaum. © hil/aerzteblatt.de

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