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Minimalinvasiver Aortenklappen-Ersatz auch für jüngere Patienten eine Option

Donnerstag, 9. April 2015

Mannheim – Der minimalinvasive Aortenklappen-Ersatz mittels Katheter über die Leistenarterie oder die Herzspitze (TAVI) ist auch für jüngere nicht multimorbide Patienten eine Option. „Aktuelle Daten aus Deutschland zeigen, dass die TAVI über die Leistenarterie auch für weniger kranke geeignete Patienten eine sinnvolle und sichere Alternative zur offenen Herzoperation darstellen kann“, sagte Helge Möllmann, Bad Nauheim, auf der 81. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.

Er bezog sich dabei auf Daten der verpflichtenden externen Qualitätssicherung. In der entsprechenden Studie sind alle Eingriffe an der Aortenklappe erfasst, die in Deutsch­land im Jahr 2013 durchgeführt wurden. Das Studienkollektiv umfasst mehr als 20.000 Patienten.

„Die Daten zeigen, dass das Risiko, nach dem Eingriff im Krankenhaus zu versterben, bei Patienten mit sehr niedrigem Risiko, also jüngeren und, von der defekten Herzklappe abgesehen, recht gesunden Menschen, nach TAVI über die Leistenarterie und nach offener Operation gleich niedrig ist. Bei auch nur etwas älteren und kränkeren Patienten schneidet die TAVI bereits besser ab. Mit zunehmendem individuellem Risiko wird der Vorteil der TAVI immer deutlicher“, erläuterte Möllmann die Ergebnisse.

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Bislang habe die Meinung vorgeherrscht, dass Patienten nach TAVI-Eingriffen ein höheres Risiko haben als nach offenen Klappen-Operationen. „Es wurde aber außer Acht gelassen, dass jene Patienten, die TAVIs erhielten, im Schnitt deutlich älter waren und damit naturgemäß ein höheres OP-Risiko hatten“, so Möllmann. Für die aktuelle Studie wurden Patienten nach dem sogenannten Euro-Score eingeteilt, mit dem sich das Risiko bei einer Herzoperation quantifizieren lässt.

Dabei hat sich laut Möllmann gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der am offenen Herzen operierten Patienten einen niedrigen Euro-Score und damit lediglich ein gerin­geres Risiko hatten. „Betrachtet man die Sterblichkeit nach der Operation unter dem Gesichtspunkt des Euro-Scores, so zeigt sich, dass dieses Risiko in allen Gruppen mit steigendem Euro-Score zunimmt. Dies allerdings nach offener OP sehr viel ausgeprägter und deutlicher als nach einer TAVI-Implantation“, so Möllmann.

Eine der Hürden, die derzeit noch einer TAVI-Empfehlung auch für jüngere, gesündere Patienten im Weg stünden sei aber die Unklarheit bezüglich der Haltbarkeit der Klappen. „Da TAVIs erst seit wenigen Jahren eingesetzt werden, fehlen naturgemäß die Lang­zeiterfahrungen“, so Möllmann. © hil/aerzteblatt.de

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